Der Technologiekonzern Kudelski kommt mit der Entwicklung einer technischen Lösung für die US-Gesellschaft Netflix voran. Die Lösung ermögliche es Pay-TV-Anbietern, den Videostreamingdienst von Netflix in ihre bestehende Plattform zu integrieren, teilte die Kudelski-Tochter Nagra mit. Mit ersten Kunden rechnen die Gesellschaften im Jahr 2016.

Kudelski und Netflix hatten sich Anfang 2015 auf eine gemeinsame Nutzung bestimmter Patente geeinigt. Mit der nun daraus entwickelten Lösung werde eine Netflix-Applikation in die bestehende Middleware Open TV 5 von Nagra integriert, heisst es weiter. Die Nagra-Lösung sei dabei für eine «robuste» Sicherheit sowie für die digitale Rechteverwaltung verantwortlich.

Kooperation mit Chinesen

Weiter meldete die Kudelski-Tochter Conax eine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Satelliten-TV-Anbieter Startimes. Man werde gemeinsam eine Media-Gateway-Lösung für dessen Afrika-Operationen entwickeln, so Conax. Mit über fünf Millionen DTH- und DTT-Abonnenten und Gesellschaften in 16 Ländern sei StarTimes einer der grössten Akteure in der Region.

An der Börse werden die Meldungen positiv aufgenommen. Die Kudelski-Aktien steigen am Dienstag bis 10.15 Uhr um 3,7 Prozent auf 12,70 Franken. Gehandelt wurde allerdings bislang erst ein Fünftel eines durchschnittlichen Tagesvolumens.

Wachstumsmöglichkeiten aufzeigen

Die Neuigkeiten würden die interessanten Wachstumsmöglichkeiten von Kudelski aufzeigen, schreibt Baader Helvea in einem Kommentar. Einerseits würden erste Kunden aus der Zusammenarbeit mit Netflix im kommenden Jahr erwartet und andererseits stärke Conax seine Position in jungen Pay-TV-Märkten mit grossem Potenzial, so der zuständige Experte. Er empfiehlt die Titel weiterhin mit einem Kursziel von 17 Franken zum Kauf.

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(awp/dbe/gku)