Der Waadtländer Verschlüsselungsspezialist Kudelski hat im ersten Halbjahr 2013 einen Gewinn von 10,3 Millionen Franken erwirtschaftet. Vor Jahresfrist hatte noch ein Verlust von revidierten 9,7 Millionen Franken resultiert.

Den Umsatz steigerte Kudelski in den ersten sechs Monaten des Jahres ebenfalls, allerdings nur leicht - von 388,3 Millionen Franken im Vorjahr auf 390,2 Millionen Franken. In Nord- und Südamerika sei das Geschäft im Bereich Digital TV sehr gut gelaufen, teilte das Unternehmen mit. Das Segment wuchs dort um 12,1 Prozent.

Auch in Asien hätten mehr Abnehmer für die Verschlüsselungsprodukte gefunden werden können. Unter anderem wurde den Angaben zufolge die Marktposition in China, Taiwan, Indien und der Mongolei gestärkt. In Europa dagegen seien die Verkäufe von der nach wie vor schwachen Konsumentenstimmung beeinträchtigt worden.

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Cybersicherheit als Chance

Konzernchef André Kudelski sagte in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA, die Rückkehr in die Gewinnzone sei die Frucht der in den vergangenen beiden Jahren ergriffenen Massnahmen.

Zum einen seien Kosten eingespart worden, zum anderen habe das Unternehmen in Schwellenmärkte investiert und sich neue Geschäftsfelder erschlossen, etwa in der Cybersicherheit. Dieses Segment wurde Ende 2012 geschaffen und umfasst derzeit 100 Experten. Zudem hat die Abteilung Zugang zu mehr als 1000 weiteren Sicherheitsfachleuten in anderen Divisionen der Gruppe.

Wie Kudelski sagte, ist die Cybersicherheit aktuell ein heisses Thema und eröffnet dem Unternehmen interessante Möglichkeiten. Allerdings brauche es Zeit. Erste Aufträge aus verschiedenen Sektoren lägen vor, etwa aus der Finanzindustrie, von Medien oder Behörden.

Das Engagement im neuen Geschäftsbereich führte dazu, dass Kudelski nach einem Sparprogramm wieder Leute einstellt: 106 neue Angestellte stiessen im ersten Halbjahr zum Unternehmen.

Für das Gesamtjahr rechnet Kudelski mit einem Umsatz zwischen 860 und 885 Millionen Franken und bestätigte damit frühere Angaben. Das Betriebsergebnis dürfte nach Ansicht des Managements auf zwischen 60 und 75 Millionen Franken zu liegen kommen. Im ersten Semester 2013 resultierten hier 16,9 Millionen Franken.

Die Aktie notierte zu Handelsschluss in einem leichteren Gesamtmarkt (SPI) 3,2 Prozent tiefer. Die Resultate, obschon im Rahmen der Schätzungen, erfüllten die Erwartungen der Analysten nicht auf der ganzen Linie.

(chb/moh/sda)