Der Waadtländer Verschlüsselungstechniker Kudelski hat im letzten Geschäftsjahr durchs Band zugelegt. Beim Reingewinn aus den fortgeführten Aktivitäten verzeichnete der Westschweizer Konzern einen Anstieg um 28 Prozent auf 50,4 Millionen Franken.

Auch auf operativer Ebene (Ebit) hat sich Kudelski ebenfalls deutlich gesteigert: Hier resultierten 68,1 Millionen Franken und damit 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Den Umsatz konnte das Unternehmen um 7 Prozent auf 895,1 Millionen Franken steigern.

Eigene Erwartungen erfüllt

Kudelski konnte im vergangenen Jahr sein Geschäft im Digital-TV-Bereich stärken. Dies vor allem durch die Übernahme des norwegischen Spezialisten für TV-Verschlüsselungen, Conax. Auch die Lizenzvereinbarung mit dem US-Netzwerkspezialisten Cisco wirkte sich positiv auf den Umsatz aus.

Die Zahlen fielen in den Erwartungen des Unternehmens aus: Kudelski hatte einen Umsatz von 895 bis 915 Millionen Franken und einen Ebit zwischen 60 bis 70 Millionen Franken angepeilt.

Dividene unverändert

Die Erwartungen der Analysten wurden mit den vorgelegten Zahlen bis auf den Reingewinn knapp verfehlt; diese hatten im Schnitt mit einem Umsatz von 899,7 Millionen, einem Ebit von 69,2 Millionen und einem Reingewinn von 32,5 Millionen Franken gerechnet.

Den Aktionären sollen unverändert je Inhaberaktie eine Dividende von 0,30 Franken und von 0,03 Franken je Namenaktie erhalten. Davon sollen jeweils zwei Drittel als reguläre Dividende und ein Drittel als Ausschüttung aus der Kapitaleinlagereserve zur Auszahlung kommen.

Starker Franken wird belasten

Für das Geschäftsjahr 2015 stellt der Konzern einen Umsatz zwischen 845 und 875 Millionen Franken in Aussicht sowie ein Ebit zwischen 50 und 65 Millionen.

Wie Kudelski weiter mitteilt, wird der Wegfall der Euro-Untergrenze Umsatz und Ebit «materiell» belasten. Denn mehr als 90 Prozent der Einkünfte wurden in Euro und US-Dollar erzielt, während 25 Prozent der Kosten in Schweizer Franken anfielen. Daher würden neben translationalen auch transaktionale Effekte anfallen. Der Konzern habe Massnahmen eingeleitet, um die negativen Auswirkungen abzufedern, heisst es weiter. Man werde das operative Geschäft fortlaufend optimieren, so Kudelski.

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Einigung mit Netflix

Die Kudelski-Technologie wird auch vom US-Streamingdienst Netflix verwendet, um sich vor Internetpiraterie zu schützen - mittlerweile im gegenseitigen Einvernehmen. 2012 und 2013 hatte Kudelski noch Klage gegen Netflix wegen Patentverletzung eingereicht.

Netflix habe die Kudelski-Technologien genutzt, ohne um eine Lizenz oder eine Lösung gefragt zu haben, lautete der Vorwurf. Mittlerweile haben die beiden Unternehmen den Rechtsstreit beigelegt.

(sda/awp/tno/ama)