Am Ende hing die Rettung des deutschen Schifffahrtskonzerns Hapag-Lloyd vom Goodwill von Klaus-Michael Kühne ab. Der Verwaltungsratspräsident und Mehrheitsaktionär des Schweizer Logistikkonzerns Kühne+Nagel will nun doch zusammen mit den anderen Hapag-Aktionären Geld einschiessen. «Herr Kühne beteiligt sich überproportional am Hapag-Lloyd-Rettungspaket und unterstreicht damit - wie auch die Stadt Hamburg -, dass sein Engagement auf Langfristigkeit ausgerichtet ist», sagt Karl Gernandt, Chef der Kühne Holding AG, auf Anfrage der «Handelszeitung». Weiter: «Wir haben grosse Zuversicht, dass das jetzt geschnürte Sanierungspaket in Berlin die notwendige Unterstützung erhält und somit Hapag-Lloyd für die bekanntermassen schwierige Marktsituation gut gerüstet ist.»

Mehrheit an K+N behalten

Keine Angaben machte Gernandt darüber, ob Kühne für die Finanzierung der Rettung Anteile an Kühne+Nagel verkaufen will. Im Falle eines Verkaufs dürfte es sich aber sowieso nur um einen kleinen Prozentteil handeln. Kühne hat stets betont, dass er die Mehrheit am Logistikkonzern nicht abgeben werde.

Insgesamt benötigt Hapag für die Rettung 1,95 Mrd Euro. Für 1,2 Mrd Euro soll Deutschland in Form von Staatsgarantien aufkommen. Kühne ist nach Tui und der Stadt Hamburg der grösste Eigentümer von Hapag Lloyd. Die Reederei soll ein Sparprogramm von über rund 400 Mio Euro auflegen.

Staat und Private als Retter

Für die Rettung wurde extra das Hapag-Rettungskonsortium gegründet. Zu diesem Konsortium gehören neben Kühne die Stadt Hamburg, die Versicherer Signal Iduna und Hansemerkur sowie die Banken M.M. Warburg und HSH Nordbank. Hapag-Lloyd, die grösste deutsche Reederei, verbrennt derzeit wegen des Preiskampfs im nachfrageschwachen Marktumfeld monatlich rund 100 Mio Euro.

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