Das gesamte Team von Wealth Engineering – das sind 14 Leute –verlässt die Bank Julius Bär. Ebenfalls von Bord gehen der Chef der Analyseabteilung, der zur Privatbank Rothschild wechselt, sowie zwei weitere Mitarbeiter aus dem Research. Alle gehören zur neuen Sparte Investment Products von Beat Wittmann, der letzten Herbst von Clariden Leu gekommen war.

Insbesondere die Kündigung des Wealth-Engineering-Teams unter der Leitung von Jürg Sturzenegger, einem erfahrenen Bär-Kadermann, gibt im Personal zu reden. Die weltweit stark wachsende Zürcher Privatbank verliert auf einen Schlag eine Gruppe von Spezialisten für massgeschneiderte Finanzlösungen, die für eine besonders vermögende Klientel gedacht sind. Ob das Team zur Konkurrenz geht, sich selbstständig macht oder unterschiedliche Pläne verfolgt, ist nicht bekannt. Jürg Sturzenegger liess alle Anfragen unbeantwortet.

Beat Wittmann bedauert die Abgänge, die er als Folge der Zusammenlegung zweier Bereiche sieht. «Wir sind jetzt im Umsetzungsmodus der kommunizierten Strategie vom letzten Herbst», sagt Wittmann. Das Asset Management Europa und die Wealth Management Solutions fusionieren zur Sparte Investment Products. Dort entstehen in Zukunft alle Bär-Anlageprodukte wie Fonds, Spezialmandate und sonstige Vehikel für anspruchsvolle Kunden.

Anzeige

Die 17 Kündigungen werden nicht die letzten sein, sagt Wittmann gegenüber der «Handelszeitung». «Es wird in den nächsten Wochen noch mehr Abgänge zu vermelden geben. Das heutige Kapitalmarktumfeld bedingt eine fortlaufende Anpassung der Kostenstrukturen.» Bereits im 2. Quartal 2008 will der 47-Jährige aber wieder auf Wachstum umschalten. «Durchschnittlich», so Wittmann über die Ziele bis 2010, «wollen wir bei den verwalteten Vermögen jedes Jahr um 8% wachsen.»

Einige frühere Mitarbeiter beschreiben den Finanzprofi als schwierigen Vorgesetzten. Wittmann verlange 100-prozentige Gefolgschaft, sonst lande man auf der Abschlussliste. Die eigene Wahrnehmung des Julius-Bär-Spartenchefs ist anders. «Ich würde meinen Führungsstil als ausgeprägt partizipativ und dezentralistisch beschreiben», sagt Wittmann.