Der UBS-Konzernanwalt Markus Diethelm hat bald noch mehr zu tun: P.S.*, deutscher UBS-Kunde und seit 2008 im Streit mit der Grossbank, hat jetzt Strafanzeige eingereicht. Das bestätigt die Frankfurter Staatsanwaltschaft auf Anfrage. Die «Handelszeitung» deckte letzte Woche den Fall auf.

P.S. wartet mit diversen brisanten Dokumenten auf, die die UBS-Chefs unter Druck setzen; unter anderem mit einem vertraulichen UBS-internen Bericht vom Oktober 2008, der die Vorgänge im Fall P.S. untersuchte. Die Konklusion des Reports - bei der UBS sei das Risikomanagement ungenügend gewesen - ist Wasser auf die Mühlen des deutschen Kunden. P.S. bezichtigt die Bank, in den Wirren nach der Lehman-Brothers-Pleite unter anderem mit fehlerhaften Börsenaufträgen weite Teile seines Vermögens verpulvert zu haben.

Ein weiterer Vorwurf: Die Bank solle P.S. mit Tarnkonstrukten und einem Scheinwohnsitz in Zürich beim deutschen Fiskus in Schwierigkeiten gebracht haben. Bei der UBS richten sich die Augen auf Jürg Zeltner: Er war zu jener Zeit in der Verantwortung. Eine Sprecherin sagt, UBS weise die «damals vom Kunden erhobene Forderung zum Ausgleich seiner Anlageverluste» zurück. «Zu den zusätzlichen Vorwürfen bezüglich Steuerfragen hat UBS eine interne Untersuchung eingeleitet.» Sollten sich die Vorwürfe erhärten, würden Massnahmen ergriffen.

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