Die Güter des Genfer Kunsthändlers Yves Bouvier sind vom Berufungsgericht in Singapur wieder freigegeben worden. Die Vermögenswerte waren im Zuge eines Rechtsstreits mit dem russischen Milliardärs Dimitri Rybolowlew um den Kauf von Meisterwerken eingefroren worden.

Der Konflikt zwischen dem Genfer Kunsthändler und dem russischen Milliardär und Besitzer des Fussballvereins AS Monaco tobt seit Jahresbeginn. Ende Februar wurde Bouvier von der monegassischen Justiz wegen Vorwürfen des Betrugs und Mithilfe zur Geldwäscherei festgenommen und gegen eine Kaution wieder freigelassen.

Überhöhte Preise für Gemälde

Rybolowlew wirft dem Genfer Geschäftsmann vor, ihm Bilder berühmter Maler wie Picasso, Modigliani oder Leonardo da Vinci zu überhöhten Preisen weiterverkauft zu haben. Bouvier stritt nicht ab, Gewinne erzielt zu haben, betonte aber, dass diese legal erwirtschaftet worden seien.

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Yves Bouvier habe nun die völlige Freiheit über seinen Besitz zurückerhalten, sagte am Montag sein Genfer Anwalt David Bitton der Nachrichtenagentur sda. Er bestätigte damit Berichte der Zeitungen «Le Temps» und «Tribune de Genève».

Die Seite Bouviers wertet das Urteil als wichtigen Etappensieg. Rybolowlew habe die Mittel nur als Druckmittel und zur Schädigung der Geschäfte von Bouvier einfrieren lassen, hiess es in einem Communiqué des Mediensprechers des Kunsthändlers.

Keine Auswirkungen auf Verfahren in Monaco

Die Vertreter des russischen Milliardärs reagieren zurückhaltend. Der Entscheid der Justiz von Singapur sei in keiner Weise ein Präjudiz für das Strafverfahren in Monaco, hielt Claude Olivier Rochat, Genfer Mediensprecher von Rybolowlew, fest.

Er fügte zudem an, dass in Hong Kong kürzlich anders über die Einfrierung von Bouviers Güter entschieden worden sei. Die Firma Natural Le Coultre des Genfer Kunsthändler gilt als einer der wichtigsten Akteure der Genfer Zollfreilager, wo sich viele Kunstwerke von Weltrang befinden.

Bouvier gründete nach dem gleichen Modell Zollfreilager in Singapur und Luxemburg. Der früher in Genf wohnhafte Kunsthändler hat sich inzwischen auch in Singapur niedergelassen.

(sda/dbe)