Der Reisekonzern Kuoni will bis Ende 2009 den Umsatz durch Zukäufe um 1 Mrd Fr. steigern. Mit den beiden neusten Übernahmen per 1. Juli 2008 (siehe Tabelle) kommt das börsenkotierte Unternehmen seinem Ziel um 117 Mio Fr. näher. Seit der Lancierung der Akquisitionsstrategie Anfang 2006 hat man es auf 610 Mio Fr. erkaufte Nettoerlöse gebracht. Noch fehlen 390 Mio Fr. für die angestrebte Umsatzmilliarde. Nach eigenen Angaben sei Kuoni absolut «on track». Man werde die selbst auferlegte Vorgabe erfüllen: 2006 wurden Mehreinnahmen von 275,5 Mio Fr. einverleibt, 2007 waren es 188,5 Mio Fr. – 2008 sind es bislang 146 Mio Fr.

In diesem Geschäftsjahr könnte Kuoni erstmals die Umsatzgrenze von 5 Mrd Fr. knacken. Von 2008 bis 2010 wird als Durchschnitt über die drei Jahre pro Jahr ein organisches Wachstum zwischen 6 und 8% angestrebt. 2007 lag der Wert bei 6,1%. Das akquisitionsbedingte Wachstum betrug 6,6%. Und die «Kriegskasse» für weitere Zukäufe scheint gut gefüllt. Der Totalbetrag der unbenutzten Kreditlimiten belief sich per Ende 2007 auf 185 Mio Fr.

Weisse Flecken auf Karte tilgen

Das erklärte Ziel lautet: Weisse Flecken auf der Karte tilgen. Auffallend ist, dass Kuoni in jüngster Vergangenheit vor allem im Destination Management (Incoming) Akquisitionen getätigt hat. Die Übernahmen von Desert Adventures in Dubai und Conference & Touring in Berlin sind ein Beleg dafür, dass die unabhängige Organisation sowie Durchführung der Landleistungen immer wichtiger werden. Zudem bleibt das Geld in der eigenen Firma: Die Kunden reisen mit Kuoni und werden vor Ort von Kuoni betreut.

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Das Destination Management macht bei Kuoni über 20% der Konzerneinnahmen aus: 1,009 Mrd Fr. von 4,699 Mrd Fr. im letzten Geschäftsjahr. 2008 könnte der Anteil bereits auf 25% anwachsen. Expansionsziele in der Division «Destinations» sind insbesondere Australien und Südamerika, wie von Kuoni bestätigt wird. Den Rest der Welt deckt man mehrheitlich ab.

Aber auch im traditionellen Veranstaltergeschäft (Outgoing) gibt es Lücken, die noch geschlossen werden könnten, wobei sich Kuoni bei solchen Akquisitionen mehr auf die Division «Style» (Premiumsegment, Umsatzanteil 50%) als auf die Division «Smart» (Massengeschäft, Umsatzanteil 25%) konzentriert. Zukunftsmärkte mit Potenzial sind etwa Russland oder China. In diesen Ländern ist Kuoni als Veranstalter zwar schon aktiv, aber erst marginal. Die Nummer eins im Outgoing ist man in der Schweiz und Indien. Gleiches gilt für das Incoming in Indien sowie den USA.

Zukäufe unter Radar tätigen

Zum Thema Übernahmen sagt Max E. Katz, CFO von Kuoni: «Wir haben noch einige Akquisitionen im Auge, wobei wir vor allem Spe-zialisten unter dem Radar kaufen, sprich zwischen 20 und 40 Mio Fr. investieren. In diesem Bereich gibt es wenig Konkurrenz, weil grosse Reisekonzerne an solchen Firmen kein Interesse haben. Daher können wir oftmals exklusiv verhandeln und müssen nur selten mitbieten, was immer teurer wird.» Analysten schätzen den Kaufpreis für Desert Adventures auf 40 Mio Fr.