«Wir sind sicher, dass der chinesische Markt mit seinem enormen Potenzial für unsere Zukunft längerfristig sehr wichtig wird», sagt CEO Peter Rothwell im Interview mit der «Handelszeitung». Nach der Akquisition des lokalen Anbieters Et-China im 3. Quartal 2010 will der Schweizer Branchenprimus die Marke Kuoni lancieren. «Kein westlicher Reisekonzern steigt so in China ein, wie wir dies tun.»

Die Expansion soll für Kuoni eine ähnliche Erfolgsgeschichte werden wie jene in Indien, wo man mit Abstand Marktführer ist. CEO Rothwell: «In Indien haben wir seit unserem Markteintritt vor 14 Jahren nie Geld verloren.» 2009 hat Kuoni in Asien einen Ebit von 26 Mio Fr. erzielt - der Grossteil wurde durch Indien erwirtschaftet.Kuonis Engagement in China weckt bei der Reisebranche Erwartungen, könnte es doch der Schweiz mehr chinesische Gäste bescheren. Guglielmo L. Brentel, Präsident des Branchenverbands Hotelleriesuisse: «Dieser Markt zählt zu den wichtigsten Wachstumsmärkten des Schweizer Tourismus.» 2009 wies China laut Brentel den grössten absoluten Gewinn an Logiernächten aller Herkunftsländer aus: Plus 27%. «Und das Potenzial ist noch längst nicht ausgeschöpft.» Ähnlich sieht es Jürg Schmid, Direktor von Schweiz Tourismus: «Ich erachte den Markteintritt von Kuoni als sehr geschickt, weil in China der Trend auch beim Reisen hin zur Qualität geht. Wir hoffen natürlich, dass Kuoni die Chinesen vor allem in die Schweiz bringt.» 2010 rechne er erstmals mit mehr als 400000 chinesischen Übernachtungen. Derzeit liege man 30% über dem Vorjahr.