Kuoni hat aus dem Verkauf seines europäischen Reiseveranstaltergeschäfts an den deutschen Rewe-Konzern einen Verkaufspreis von rund 120 Millionen Franken erzielt. «Die 120 Millionen sind annähernd richtig geschätzt», sagte Kuoni-Chef Peter Meier in einem Interview mit der Zeitung «Finanz und Wirtschaft» vom Mittwoch.

Angesichts der Umstände, des stärkeren Frankens und der tieferen Profitabilität von Kuoni Schweiz sei das ein sehr guter Preis. «Denn wir haben uns mit dem Käufer abschliessend geeinigt, Rewe hat alle Garantien und Verpflichtungen mit übernommen. Die Sicherheit eines endgültigen Deals war attraktiv für uns», sagte Meier weiter.

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Tieferer Gewinn

All die abgestossenen Teile hätten 2014 einen Betriebsgewinn vor Abschreibungen (Ebita) von 19 Millionen Franken erzielt. Dieses Jahr werde der Betriebsgewinn substanziell tiefer sein. «Es gibt hier Risiken und Abhängigkeiten, etwa von wirtschaftlichen Entwicklungen, geopolitischen Ereignissen oder vom Wetter. Kuoni hat ihre Risiken mit dem Verkauf stark reduziert», sagte Meier.

Das Ergebnis der weitergeführten Geschäfte werde dieses Jahr tiefer ausfallen als 2014. Meier stellte eine Dividendenkürzung in Aussicht: «Man muss (...) davon ausgehen, dass der für die nächste Ausschüttung zur Verfügung stehende Betrag tiefer ausfällt als der des Vorjahres.» Gleichzeitig bestätigt Meier die Dividendenpolitik, 40 Prozent bis 45 Prozent des Gewinns auszuschütten. Als Mass dafür gelte unverändert das Ergebnis des weitergeführten Geschäfts.

Konzernziele bleiben

Das Gruppenreisegeschäft Global Travel Services dürfte in diesem Jahr einen Verlust ausweisen. «Hier ist es die Priorität, den Turnaround zu schaffen», sagte Meier.

Die Konzernziele für 2017 würden weiterhin gelten. «Wir erwarten ein jährliches Umsatzwachstum von mindestens 5 Prozent», sagte Meier. Auf Stufe Ebit werde ein Betriebsgewinn um 100 Millionen Franken im Jahr 2017 erwartet.

Strategie bestätigt

Der CEO bestätigt ausserdem die nun eingeschlagene Strategie: «Nach unserem Entscheid, von fünf auf drei Divisionen zu gehen, sind wir genügend fokussiert», sagt er. Alle drei Standbeine hätten eine gute Marktposition, «und wir glauben, mit allen dreien Mehrwert für die Aktionäre schaffen zu können». Weitere Verkäufe von Unternehmensteilen seien kein Thema, so Meier.

Der CEO schüttet sich ausserdem Asche aufs Haupt, was die Kommunikation des Nettocashbestands betrifft. «Wir haben tatsächlich Verwirrung gestiftet», meint er nun. Als Grund für die Differenz zwischen Angaben vom Juni und von Ende August nennt er einen früheren Verkaufsabschluss des Reiseveranstaltergeschäfts.

(awp/ise/ama)