Der führende europäische Kupferkonzern Aurubis aus Hamburg hat ein umsatz- und gewinnstarkes Jahr hinter sich. Kein Wunder also blickt das Unternehmen optimistisch in die Zukunft. «Wir sehen uns gut aufgestellt und schauen trotz des schwierigen Umfeldes zuversichtlich auf die nächsten Jahre», teilte der MDax -Konzern mit. Trotz konjunktureller Unsicherheiten spreche vieles für anhaltend hohe Metallpreise. Dabei sei aber mit starken Schwankungen zu rechnen. Eine konkrete Prognose für das laufende Geschäftsjahr gaben die Hamburger aber nicht.

Börse reagiert positiv

Die Börsianer haben auf den Ausblick des Rohstoffkonzerns positiv reagiert. Die Aktien legten vorbörslich um 1,64 Prozent zu. Zudem gehen Experten davon aus, dass Aurubis seine Stärken ausbauen, Chancen nutzen und die Widerstandsfähigkeit verbessern werde. Das bestätigte auch der neue Konzernchef Peter Willbrandt.

Nicht oder schwierig zu beherrschende Risiken, wie sie aus der Energiemarkt- und Konjunkturentwicklung entstünden, könnten dies allerdings erschweren. Der zum Jahreswechsel ausgeschiedene alte Konzernchef Bernd Drouven hatte für das laufende Geschäftsjahr «ein stabiles Geschäft mit Schwankungen» in Aussicht gestellt.



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Im vergangenen Geschäftsjahr profitierten die Hamburger von den guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, gestiegenen Schwefelsäurepreisen sowie einem höheren Einsatz von Schrotten bei guten Raffinierlöhnen. Der Umsatz legte 2010/11 dank höherer Metallpreise um mehr als ein Drittel auf 13,3 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis vor Steuern (EBT) erhöhte sich vor Umwertungen der Lagerbestände um 84 Prozent auf 292 Millionen Euro.

Kupferpreis steigend

Unter dem Strich erwirtschaftete der Konzern einen operativen Gewinn von 211 (Vorjahr: 121) Millionen Euro. Von dpa-AFX befragte Analysten hatten im Schnitt insgesamt eine etwas schwächere Entwicklung erwartet. Den Aktionären winkt eine um einen Fünftel auf 1,20 Euro je Aktie erhöhte Dividende.

Der Kupferpreis habe sich im Geschäftsjahr als «sehr robust» erwiesen, heisst es seitens des Unternehmens. Der hohe chinesische Bedarf aber auch die durch die Abnehmerindustrien getriebene Binnennachfrage Europas waren eine «solide Basis».

Der Kupferpreis erhöhte sich im Schnitt im Jahresvergleich um 29 Prozent auf 9.096 US-Dollar je Tonne. Das Angebot an Kupferkonzentraten, das die Hamburger gegen Gebühr in Reinkupfer verwandeln, habe sich positiv entwickelt. Dies habe zu einem beträchtlichen Anstieg der Schmelz- und Raffinierlöhne geführt. Auch bei langfristigen Verträgen hätten sich deutliche Verbesserungen ergeben. Zudem hat sich ebenfalls der Altkupfermarkt gut entwickelt. Aurubis erhält für das Schmelzen von Konzentraten und Schrott meist im Voraus festgelegte Gebühren.

Firma mit 5000 Mitarbeiter

Auch auf den Produktmärkten liefen die Geschäfte rund. So sei die Nachfrage nach Schwefelsäure, einem Kuppelprodukt bei der Konzentratverarbeitung, etwa aus der Chemie und Düngerindustrie im gesamten Geschäftsjahr hoch gewesen. In den europäischen Märkten für Kupferprodukte habe sich der positive Trend in den ersten Monaten des Geschäftsjahres zunächst fortgesetzt. Dabei wirkten sich vor allem starke Exporte aus Deutschland und eine anhaltende hohe Beschäftigung in der Automobilindustrie, aber auch eine rege Binnennachfrage positiv aus. Lediglich zum Ende des Geschäftsjahres haben die Unsicherheiten wegen der Finanzkrise zu einer Zurückhaltung der Marktteilnehmer geführt. Von der Energiewende wollen die Hamburger profitieren, da dadurch der Kupferbedarf steigt.

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Aurubis, an dem der deutsche Stahlkonzern Salzgitter eine entscheidende Beteiligung hält, stellt mit gut 5.000 Mitarbeitern aus Kupfererz und Kupferschrott reines Kupfer her und verarbeitet es weiter zu Produkten für die Auto-, Elektro- und Bauindustrie.

(muv/ste/sda/awp)