TOURISMUS. Weder die Tsunami-Katastrophe im Dezember 2004 – so tragisch sie auch war – noch der Putsch von Thailands Generälen vor einem Jahr gegen den schwerreichen Premierminister Thaksin Shinawatra können die Entwicklung der Reisedestination Thailand zurückwerfen. Die Rückkehr zum Courant normal wird gleich mehrfach bestätigt. So durch die Credit Suisse, die in ihrer Untersuchung des schweizerischen Reisebüromarktes darauf hinweist, dass Asien und dort explizit Thailand bei den Überseedestinationen als der stärkste Reise-Wachstumsmarkt der kommenden zwölf Monate eingeschätzt wird, dies mit 19% vor den USA (15%), China (9%) und Australien (7%).

Thailand verfüge, so die hiesigen Reisevermittler, über ein sehr gutes und zudem breites touristisches Angebot, das den Wünschen der Schweizer entspreche. Nicht von ungefähr erwartet deshalb die Schweizer Niederlassung des Thailändischen Fremdenverkehrsamtes mit Sitz in Bern für 2007 neue Rekorde. Country Manager Gere Gretz geht davon aus, dass die Limite von 150000 Ankünften von Reisenden aus der Schweiz erstmals übertroffen wird: «Ende Juli 2007 lagen wir bereits 8% über den Vorjahreszahlen.» 2006 hatten über 140000 Schweizer das Land des Lächeln entdeckt, viele – «etwa 80%», wie Gretz schätzt – als Repeater. Zudem wird die Angebotsseite, ausgehend von der starken Nachfrage und vielfach von Monaten im Voraus ausgebuchten Flügen, ausgeweitet. Ab 2. November 2007 wird das Ferienparadies Phuket zwei- statt wie bisher einmal pro Woche mit einem Charter-Direktflug ab Zürich angesteuert. Thai Airways, die Swiss und der Charterflieger Belair/Air Berlin bieten zukünftig wöchentlich 15 Nonstop-Verbindungen nach Thailand an. Vielleicht mag es eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den Thais und den Schweizern sein, die den Fremdenverkehr boomen lässt. Etwa die Konzentration auf Qualität, das Hervorstreichen der Naturschönheiten, aber auch der unabdingbare Wille, nach Naturkatastrophen die Infrastruktur rasch wieder aufzubauen. Die Nach-Tsunami-Zeit wurde genutzt, um das Angebot zu modernisieren, höherpreisig anzusiedeln und damit dem Massentourismus Adieu zu sagen.Erwartet werden darf zudem, dass sich mit den angekündigten Wahlen im Dezember die politische Situation weiter beruhigt. Auch wenn der Tourismus nichts spürt von einer gewissen Verunsicherung der einheimischen Bevölkerung und der Volkswirtschaft, ist der Wechsel vom Militärregime zu demokratischen Einrichtungen ein unabdingbares Muss für einen modernen Staat.