Der Goldpreis ist seit 2000 kontinuierlich gestiegen. Seit dem 1999 erreichten Tiefpunkt von 253 Dollar pro Unze stieg der Preis 2008 erstmals auf über 1000 Dollar. Die jüngste Korrektur hat den Goldpreis auch zu Beginn 2009 unter dieser Höchstmarke belassen. Trotz Finanzkrise und moderatem Goldpreis stellt sich die Frage, was bei einem entsprechenden Investitionsvorhaben beachtet werden sollte. Zunächst sollen aber ein paar Grundsatzüberlegungen den interessierten Anleger unterstützen, dass er sich vom Glanz des Golds nicht blenden lässt.

Die lockere Geldmengenpolitik der Währungshüter und weltweite Inflationserwartungen für die kommenden Jahre haben bis dato die Preisentwicklung des Golds gestützt, obwohl die reale Nachfrage nachgegeben hat. Daneben verschärfen sich aber der Vertrauensverlust in das Finanzsystem und das Bedürfnis nach krisenresistenten Wertanlagen, weil die Liquiditätsreserven vor einem Kaufkraftzerfall geschützt werden müssen. Gold gilt als unverschuldete Währung, die immer einen physischen Substanzwert aufweisen wird; daher ist und bleibt es begehrt.

Langfristig dürfte Gold weiterhin an Wert zulegen, weil das Weltgoldvorkommen beschränkt ist. Zusätzliche Preisfaktoren sind der Zeithorizont und die Explorationskosten, welche in den letzten Jahrzehnten überproportional gestiegen sind. Die Erschliessung neuer Goldvorkommen dauert mehrere Jahre, sodass langfristige Investitionsvorhaben nötig sind. Diese werden durch die aktuelle Finanzkrise zusehends in Frage gestellt, weil sie auf Kreditfinanzierungen basieren, welche bereits widerrufen oder massiv verteuert wurden.

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Währungsabsicherung

Gold wird in Dollar gehandelt und beinhaltet immer ein Währungsrisiko für den Anleger, der seine Verpflichtungen in einer anderen Währung als Dollar zu erfüllen hat. Dieser negative Effekt zeigt sich immer dann in dramatischer Weise, wenn der Dollar einbricht. Da Gold aber gerade als Inflationsschutz gekauft wird, muss in der logischen Konsequenz die Kaufkraft der eigenen Währung durch Absicherung gegenüber dem Dollar sichergestellt werden. Produkte ohne Währungsabsicherung gehören somit nur in die Hände erfahrener Anleger, die ihre Währungsabsicherung selber implementieren können.

Anleger können auf unterschiedliche Weise in die Anlageklasse «Gold» investieren, nehmen dabei aber oft Risiken in Kauf, für die sie keine entsprechende Prämie erhalten, z.B. Gegenparteirisiken bei Zertifikaten resp. Beschaffungsrisiken bei Metallkonten, die selten physisch gedeckt sind. Wer sich für Investitionen in Minen- oder Explorationsunternehmen entscheidet, partizipiert direkt an deren Erfolg, trägt aber auch die unternehmerischen Risiken für potenzielle Goldvorkommen, die in der Zukunft möglicherweise gefördert werden. Risikoüberlegungen haben daher Fonds in den Fokus gerückt, die nur in physisches Gold investieren und somit keine unternehmerischen Risiken beinhalten, weil sie direkt das raffinierte Endprodukt der Wertschöpfungskette erschliessen. Daher kommt den neun goldenen Regeln für einen vertrauenswürdigen passiven Gold-Fonds eine grosse Bedeutung zu (siehe Tipps).

Defensives Anlagevehikel

Werden die ausgeführten Regeln beachtet, können die Anleger von einer vertrauenswürdigen Fondskonstruktion ausgehen. Ob sich die Entwicklung des Goldes an die mannigfaltigen Prognosen der Auguren hält, steht auf einem anderen Blatt. Mindestens die einleitend dargestellten Grundsatzüberlegungen unterstützen die Langfristchancen dieser defensiven Anlagevehikel.