Im Norden der indonesischen Insel Sumatra ist ein Kohletransporter auf Grund gelaufen und hat 7000 Tonnen Kohle verloren. Die Ladung war für ein Werk von LafargeHolcim bestimmt. Das schweizerisch-französische Unternehmen bestätigt den Sachverhalt. 

Der Unfall ereignete sich Ende Juli. Hoher Wellengang hat dazu geführt, dass das Schiff die wertvolle Ladung verloren hat. «Der Vorfall in der Nähe unseres Werkes passierte während schlechten Wetters», heisst es in einer Stellungnahme. Die Ergebnisse einer offiziellen Untersuchung zu den Ursachen seien noch ausstehend. «Wir möchten jedoch feststellen, dass die Verantwortung für den Vorfall beim Betreiber des Lastkahns liegt.»

Lokale Medien berichten von Schäden am Korallenriff und von einem Fisch- und Krabbensterben. Bilder des Unfalls zeigen, wie sich der Strand wegen der angespülten Kohle schwarz verfärbt hat. LafargeHolcim arbeitet bei den Aufräum- und Säuberungsarbeiten mit den Behörden zusammen.

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Es ist offenbar nicht das erste Mal, dass ein derartiger Unfall passiert. Lokale Medien berichten von einem ähnlichen Ereignis vor zwei Jahren. LafargeHolcim überprüft nun das Verhältnis zum Lieferanten. «Um sicherzustellen, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt.»

Indonesien ist einer der grössten Märkte von LafargeHolcim in Südostasien. Die jährliche Produktionskapazität liegt bei 14,8 Millionen Tonnen Zement. Das ist ungefähr so viel wie in Frankreich, der Schweiz und in Italien zusammen.  In der Region ist der Inselstaat die Nummer zwei. In Indien liegt die Kapazität bei knapp 68 Millionen, in China und in Malaysia bei 11 Millionen und in den Philippinen bei 9 Millionen. 

Die Zementproduktion ist äussert energieintensiv. Hauptbestandteil des Baustoffs ist Klinker. In der Herstellung werden immer noch zu einem grossen Teil Kohle und andere fossile Brennstoffe eingesetzt. LafargeHolcim versucht aber Jahr für Jahr, den Fussabdruck zu verringern und setzt zunehmend auf alternative Brennstoffe. Das Unternehmen gehört in dieser Hinsicht zu den führenden Firmen.  

Trotzdem lag der gruppenweite CO2-Ausstoss laut Nachhaltigkeitsbericht bei 133 Millionen Tonnen pro Jahr. Zum Vergleich: Der ganze Schweizer Verkehr verursachte laut Bundesamt für Verkehr etwa 15 Millionen Tonnen CO2 im 2016.

Sumatra Karte

Südostasien: Im Norden von Sumatra betreibt LafargeHolcim ein Werk direkt am Meer.

Quelle: Google Maps
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