Kurz bevor er zu seinem früheren Arbeitgeber Linde nach Deutschland zurückkehrt und das Präsidium bei Lafarge­Holcim an seinen Nachfolger Beat Hess übergibt, hat Wolfgang Reitzle noch ­einen wichtigen Deal auf dem Weg zur vollständigen Integration der Zement­riesen eingetütet. Und sich dabei erst noch den Zuspruch eines veritablen Blaublüters gesichert.

Denn das Geschäft von La­fargeHolcim in Marokko und im französischsprachigen Afrika wird künftig als Joint Venture mit der marokkanischen Société Nationale d’Investissement (SNI) geführt und firmiert in Casablanca unter dem Namen LafargeHolcim Maroc. Der Zementkonzern mit Sitz in Zürich und die SNI halten je die Hälfte der Anteile.

Von royaler Hand kontrolliert

Die SNI wird von der königlichen Familie Marokkos kontrolliert und ist ein Mittelding zwischen Staatsfonds und Family Office. Die Maghreb-Royals halten rund 35 Prozent an der SNI – und damit eben auch an guten Teilen der Afrika-Geschäfte von LafargeHolcim.

Der starke Mann dabei ist König Mohammed VI. Mit einem Vermögen von 5,7 Milliarden Dollar gilt er als einer der reichsten Adeligen weltweit. Via SNI ist er unter anderem im Finanzgeschäft, im Nahrungsmittelsektor und im Tourismus aktiv. US-Diplomaten haben in der Vergangenheit wiederholt das monopolistische Gebahren des Königs und die mangelnde Transparenz seines Business-Imperiums kritisiert.

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