Er ist unzweifelhaft der Urahne aller Geländewagen. Als die meisten Autohersteller die Begriffe Offroader oder gar SUV noch gar nicht kannten, drehte er schon seine Runden auf Wüstenpisten in Afrika oder im Dschungel Ostasiens. Der Land Rover ist deshalb längst zur Legende geworden.

Dennoch: Auch heute gehört er zu denjenigen Offroadern, die kein noch so ruppiges Gelände fürchten müssen. Wenn ein Land Rover nicht mehr weiterkommt, dann gibt es wohl nur eine Alternative: Umkehren.

Der Land Rover kommt dem Range Rover immer näher

Im Laufe der Jahre entwickelte sich der einst hart gefederte, wenig komfortable und mit einem rauen Motor versehene Land Rover schrittweise zum absoluten Gentleman, der heute seinem noch etwas nobleren Markenkollegen Range Rover durchaus das Wasser reichen kann. Die Wahl Land oder Range Rover könnte für viele Kundinnen und Kunden deshalb zum Dilemma werden. In der Schweiz verhielten sich 2004 die Absatzzahlen etwa 1:3 zu Gunsten des Range Rovers. Mit dem neuesten Discovery-Modell jedenfalls bietet der englische Hersteller seiner Kundschaft ein Fahrzeug, das nicht nur äusserst geländegängig, sondern ebenso komfortabel wie eine Oberklasselimousine ist. Und sich auch so fahren lässt. Das variable Lederinterieur bietet bis zu sieben Personen Platz, wobei die beiden ganz hinten sitzenden Passagiere nicht gerade 1,8 m gross sein sollten. Platz ist im neuen Discovery dennoch mehr als genug vorhanden. Klappt man die hinteren beiden Sitzreihen um, entsteht eine fast 2 m lange, ebene Ladefläche. Selbstverständlich lassen sich Fahrer- und Beifahrersitz in zahlreichen Dimensionen elektrisch verstellen.

Als Antriebsquelle kann derzeit zwischen einem V-6-Dieselmotor und dem aus dem Jaguar bekannten V-8-Benzinmotor gewählt werden. Wer nicht gerade ein Fan der Opec ist, wählt allerdings mit Vorteil den Selbstzünder, denn der Benziner ist kaum mit weniger als 16 l ­- in der Stadt 20 l -­ zufrieden.

Eine Exklusivität des Discovery stellt das neu entwickelte Terrain Response-System dar. Über einen Drehschalter in der Mittelkonsole können fünf verschiedene ­ je nach Geländebeschaffenheit ­ unterschiedliche Fahrprogramme gewählt werden. Je nachdem, ob man im Schlamm, auf Schnee, über Felsen, im weichen Gras oder auf der Autobahn fährt, regelt die Elektronik die entsprechenden Einstellungen von Federung und Verteilung der Antriebskräfte. «Der Fahrer soll jeweils das Maximum aus dem Fahrzeug herausholen», meint Entwicklungsingenieur Steve Haywood zu diesem System.

Mit dem Discovery können die Briten in der Offroader-Oberklasse ein gewichtiges Wort mitreden, ist doch die Dieselversion mit einem Preis ab 65000 Fr. im Vergleich zur Konkurrenz ein attraktives Angebot. Einen technischen Vergleich mit der Konkurrenz braucht er ebenfalls nicht zu scheuen.

Land Rover Discovery:

Motor: V8-Benziner mit 4394 cm3 Hubraum

Leistung: 220 kW/299 PS bei 5500 U/min

Max. Drehmoment: 427 Nm bei 4000 U/min

Gewicht: 2540 kg

Verbrauch:14 bis 22 l, dies je nach Fahrweise

Preis: Ab 64800 Fr., dies inklusive Automatik-Getriebe

Testwagenlieferant: Jaguar Land Rover (Schweiz) AG, Safenwil

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