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Landis + Gyr: Börsengang noch im Juli

Landis+Gyr: Ein Milliardenbörsengang in der Schweiz steht an. Keystone

Es soll schnell gehen: Messtechnik-Produzent Landis+Gyr will bereits Ende Juli an die Schweizer Börse. Der Konzern soll künftig komplett im Streubesitz stehen. Bisher hält Toshiba die meisten Anteile.

Veröffentlicht am 12.07.2017

Der Messtechnik-Hersteller Landis+Gyr steht in den Startlöchern für den grössten Börsengang in der Schweiz seit mindestens zwei Jahren. Bei dem für 21. Juli geplanten Kapitalmarktdebüt will der Stromzähler-Produzent nach Angaben vom Mittwoch bis zu 2,4 Milliarden Franken erlösen. Dafür bietet die Firma mit Sitz in Zug ihre Aktien in einer Spanne von 70 bis 82 Franken an. Die angeschlagene Konzernmutter Toshiba benötigt das Geld dringend, um sich neu aufzustellen.

Bis zuletzt hatte der japanische Konzern neben einem Börsengang auch einen Unternehmensverkauf verfolgt und sich beide Optionen offen gelassen. Je nach Platzierungspreis liegt die künftige Marktkapitalisierung zwischen 2,1 und 2,4 Milliarden Franken. Der Telekomkonzern Sunrise hatte 2015 2,27 Milliarden Franken erlöst, beim Raffineriebetreiber Petroplus im Jahr 2006 waren es 2,9 Milliarden Franken.

70 Millionen Dollar über Dividenden ausschütten

Die 120 Jahre alte Technologiefirma stellt neben traditionellen Stromzählern auch Sensoren und Automatisierungstechnik her. Im Ende März ausgelaufenen Geschäftsjahr 2016/17 verbuchte das Unternehmen mit 5900 Beschäftigten einen Umsatz von 1,66 Milliarden Dollar. Unter dem Strich stand allerdings ein Verlust von 62,1 Millionen Dollar. Dennoch stellte die Firma den künftigen Aktionären «eine attraktive und nachhaltige Ausschüttungspolitik« in Aussicht. Für das laufende Jahr wolle Landis+Gyr mindestens 70 Millionen Dollar über Dividenden ausschütten.

Toshiba war 2011 bei dem Schweizer Konzern eingestiegen. Doch nach der Insolvenz der US-Kraftwerkstochter Westinghouse braucht der Konzern dringend Geld. Das soll vor allem der Verkauf der Chip-Sparte in die Kasse spülen - doch dieser kommt nicht so schnell voran wie erhofft.

Bei Landis+Gyr will Toshiba nun seinen gesamten Anteil von 60 Prozent verkaufen. Die restlichen 40 Prozent gehören dem staatlich unterstützten Investmentfonds Innovation Network Corp of Japan, der ebenfalls einen Komplettausstieg plant. Nach dem Börsengang sind die Aktien damit breit gestreut. Eine Mehrzuteilungsoption gibt es nicht. Betreut wird der Transaktion federführend von der UBS und Morgan Stanley.

(reuters/me/mbü)

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