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Abbau
Landis + Gyr verlegt Schweizer Jobs ins Ausland

Der Industriestandort Schweiz erleidet einen weiteren Schlag: Der Stromzähler-Konzern Landis + Gyr streicht bis zu 60 Stellen in Zug. Die Jobs werden nach Deutschland und Tschechien verlagert.

Veröffentlicht am 01.06.2017

Der Stromzählerproduzent Landis+Gyr baut in Zug bis zu 60 Stellen ab. Im Gegenzug werden in Prag und in Nürnberg neue Teams aufgebaut.

Wie vielen Mitarbeitenden mit der Verlagerung nach Tschechien und Deutschland gekündigt werden müssen, ist noch nicht klar. Die Gewerkschaften sind bei Landis+Gyr an Bord. In drei Wochen, nach Abschluss des Konsultationsverfahrens, besteht Klarheit. Dies führte ein Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur sda aus.

270 Stellen bleiben

Nach der Verlagerung verbleiben in Zug noch 270 Stellen. Der globale Konzernsitz, der Hauptsitz der Region EMEA (Europa, Afrika, Mittlerer Osten) sowie eine wichtige Forschungsabteilung werden auch in Zukunft in Zug sein, heisst es in einer Mitteilung.

Als Grund für die Verlagerung nennt das Management in der Mitteilung Kostendruck. In Prag sollen Mitarbeiter tätig sein, welche konzentriert für die Region EMEA arbeiten. Das Unternehmen spricht von einem «Shared Service Center», von dem aus dem geschäftsunterstützende Funktionen getätigt werden. In Nürnberg dagegen ist ein «Center of Excellence» geplant, in dem spezialisierte Ressourcen gebündelt werden.

Ungewisse Zukunft

Die Verlagerung findet in den nächsten 12 Monaten statt. Die Zukunft von Landis+Gyr ist aber sowieso ungewiss. Der angeschlagene japanische Industriekonzern Toshiba, zudem Landis+Gyr gehört, will offenbar zugleich Gebote für den Verkauf seiner Schweizer Stromzähler-Tochter einholen. Auch ein Börsengang wäre möglich.

Der Sprecher von Landis+Gyr wollte gegenüber der Nachrichtenagentur sda diese Pläne nicht kommentieren. Die im April genannten Varianten des Mutterkonzerns hätten noch immer Gültigkeit.

Toshiba kämpft ums Überleben

Toshiba bangt wegen Milliardenabschreibungen auf das angeschlagene US-Atomkraftwerk-Geschäft um seine Existenz. Zudem ist der Konzern von einem Bilanzskandal aus dem Jahr 2015 geschwächt. Hauptsitz von Toshiba ist Tokio. Insgesamt arbeiten mehr als 180'000 Mitarbeiter für das Unternehmen, für die Zuger Landis+Gyr sind es derzeit noch etwa 5700 Mitarbeitende.

(sda/mbü)

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