Der Landwirtschaftssektor hat in der Fondslandschaft bisher eher einen bescheidenen Platz eingenommen. Die Verknappungstendenzen bei gewissen Lebensmitteln haben jetzt manche Wirtschaftsexperten in Alarmstimmung versetzt. Die wachsende Bevölkerung weltweit und ein gleichzeitiges Foodangebot, das nicht im gleichen Mass mithalten kann, sind realistische Bedrohungsszenarien. Gemäss einer Studie der Weltbank wird die Bevölkerung bis 2050 um fast 40% wachsen. Ohne eine sinnvolle Regulierung besteht die Gefahr, dass die Lebensmittelpreise unkontrolliert in die Höhe schnellen.

Preissturz

In der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise sind auch die Preise für Agrargüter teils massiv gesunken. Bei einer wirtschaftlichen Erholung wird sich das aber rasch ändern. Die Anbaugebiete für Nahrungsmittel lassen sich nicht schlagartig erhöhen. Auch hat die Investitionsbereitschaft in diesem Sektor als Folge der wirtschaftlichen Abkühlung stark abgenommen. Das führt zu Hektarerträgen, die nicht mehr im gleichen Ausmass wie früher wachsen.

Dieses Umfeld zwingt die Regierungen, der Nahrungsmittelsicherheit eine höhere Priorität einzuräumen. «Investitionen in die Agrar-Wertschöpfungskette sind ein Teil der Lösung», sagt Gertjan van der Geer, Senior Investment Manager bei Pictet. Die Genfer Privatbank hat Ende Mai mit dem PF (Lux) Agriculture einen Fonds aufgelegt, der seine Aktivitäten speziell auf die Landwirtschaft ausrichtet.

Anzeige

Niedriger Ressourceneinsatz

Das Anlageuniversum ist auf jene Unternehmen fokussiert, die bei der Nahrungsmittelversorgung der Weltbevölkerung eine wichtige Rolle spielen. Bei gentechnischen Nahrungsmitteln bleibt der Pictet-Fonds vorsichtig. Es werden nur Firmen ins Portfolio aufgenommen, die nicht mehr als 10% des Umsatzes in diesem Bereich erzielen. Dazu kommen andere Auswahlkriterien. Bevorzugt werden börsenkotierte Gesellschaften, die mehr Nahrungsmittel mit einem niedrigeren Ressourceneinsatz herstellen können.

Langfristengagement

Die Basisinvestments konzentrieren sich auf Konzerne, die zur Befriedigung des aktuellen und künftigen Bedarfs an Landwirtschaftsgütern beitragen. Dazu kommen Firmen, die direkt im Agarsektor tätig sind. Beispiele sind etwa Saatgutproduzenten wie Syngenta oder Produzenten von Landwirtschaftsmaschinen (Deere). Berücksichtigt werden aber auch die Bewirtschaftung und die gesamte Lieferkette. Ein Investment in Agrarrohstoffe ist dagegen nicht vorgesehen. Damit will Pictet einer möglichen Spekulation rund um die Lebensmittelpreise keinen Vorschub leisten. Für die Investoren sind Engagements im Agarsektor sinnvoll, wenn dabei ein langfristiger Anlagehorizont anvisiert wird.