Lantal hat im vergangen Geschäftsjahr 82,4 Millionen Franken umgesetzt, was gegenüber dem Vorjahr einem Minus von 4,2 Prozent entspricht. Vor der Wirtschaftskrise 2008 hatte der Umsatz noch 115,5 Millionen Franken betragen.

Der Anbieter von Innenausstattungen für Transportmittel (vor allem Flugzeuge)  führt die Umsatzprobleme auf den starken Franken und die gestiegenen Rohstoffpreise zurück. Ausserdem zeigten sich die Fluggesellschaften noch immer investitionsscheu, sagte Lantal-Firmenchef Urs Rickenbacher.

Für Lantal, das drei Viertel seines Umsatzes im Luftverkehr mit dem Verkauf von Sitzbezügen, Teppichen, Vorhängen und weiterem Interieur erzielt, sei dies Gift. Komme dazu, dass sich die Verzögerungen bei der Inbetriebnahme neuer Flugzeuge stark auswirke.

So sollten etwa die ersten 45 Maschinen des Boeing-787-Dreamliners mit neuartigen Teppichen ausgestattet werden. Der Einsatz dieser Flugzeuge wurde abermals verschoben und auch heute ist noch keines von ihnen in der Luft.

Das harzige Geschäftsjahr hatte zur Folge, dass der Personalbestand nochmals um 14 auf 371 Arbeitsstellen abgebaut wurde. Für einen Teil von ihnen gilt noch immer Kurzarbeit.

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Trotz Umsatzrückgang hat das nicht börsenkotierte Unternehmen im vergangenen Jahr schwarze Zahlen geschrieben. Das Ergebnis ist laut Rickenbacher "ordentlich" ausgefallen.

Aus Weberei wird Anbieter von Gesamtlösungen

Das Traditionsunternehmen Lantal hat in den letzten Jahren einen grossen Wandel vollzogen: Während die Kunden früher mit Stoffen ab der Rolle beliefert wurden, werden ihnen immer häufiger Systemlösungen angeboten."Wir sind heute stark im Design- und Engineeringgeschäft tätig und haben die Teams in diesen Bereich massiv ausgebaut. Der Kunde soll alles aus einer Hand bekommen", sagt Firmenchef Rickenbacher.

Lantal setzt zudem auf Produktinnovationen. Im April 2009 wurden die ersten von heute 19 Swiss-Flugzeugen in der Business und First Class mit den neuartigen Lantal-Luftkissensitzen ausgestattet. Jetzt sollen auch die Sitze in der "Holzklasse" komfortabler werden.

Der Passagier kann mit diesem Produkt den Härtegrad seines Sitzes individuell anpassen. Für die Airlines sei dieser Sitzbezug wegen seines leichten Gewichts von Vorteil. "Mit jedem Kilo, das wegfällt, spart eine Fluggesellschaft pro Jahr 200 bis 300 Euro", erklärt Rickenbacher.

Die Zukunft liegt in leichten Produkten

In Zeiten steigender Kerosinpreise sei eine leichte Raumausstattung unverzichtbar. Neben den Sitzbezügen würden deshalb auch leichtere Vorhänge und Teppiche entwickelt.

Insgesamt hält Rickenbacher fest, dass noch nie so viele neue Produkte entwickelt worden seien wie aktuell. Der Geschäftsführer zeigt sich deshalb für die Zukunft optimistisch: Für die Luftkissen interessierten sich weitere Airlines und auch neuerdings Bahnunternehmen. Von Turkish Airlines habe man einen Grossauftrag für Ledersitzbezüge erhalten.

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Einer Rückkehr auf den Wachstumspfad stehe damit nichts mehr im Weg. Für 2013 rechnet Lantal wieder mit einem Umsatz auf dem Niveau von 2008.

(cms/tno/sda)