In einem internen Memo, aus dem Zerohedge zitiert und das «Wall Street Journal» berichten, kündigt der Oracle-Verwaltungsrat an, dass Larry Ellison als CEO zurücktritt.

Der College-Abbrecher Ellison, der fürs Leben gern segelt und in der Vergangenheit immer wieder durch diverse Extravaganzen auffiel, war bisher der einzige CEO von Oracle, die Datenbankfirma, die er 1977 gründete.

«Wir arbeiten gut zusammen»

Der 70-Jährige gibt die Verantwortung an Mark Hurd und Safra Catz ab. Beide fungierten seit vier Jahren als Co-Präsidenten bei Oracle.

«Wir drei arbeiten seit mehreren Jahren gut zusammen», erklärte Ellison. Dies solle «auf absehbare Zeit» so bleiben. Ellison war 1977 einer der Mitbegründer des Unternehmens, das später zu dem Datenbank-Riesen heranwuchs.

Hurd soll sich um Verkauf, Marketing und Strategie kümmern. Catz bleibt zuständig für Finanzen und übernimmt die Bereiche Recht und Produktion. Der 69-jährige Ellison wolle sich trotz des Rückzugs weiter in Vollzeitarbeit dem Unternehmen widmen, heisst es in der Mitteilung.

Schlechte Zahlen

Zudem gab Oracle seine Unternehmenszahlen für das erste Geschäftsquartal bekannt. Dabei wirkte sich ein Rückgang um 7,6 Prozent beim Hardware-Absatz auf das Gesamtergebnis aus: Der Umsatz stieg zwar um drei Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar. Der Gewinn fiel auf 2,18 Milliarden Dollar nach 2,19 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum.

Der US-Konzern kündigte weiter eine Ausweitung des Aktienrückkauf-Programms um bis zu 13 Milliarden Dollar an. Die Oracle-Aktie verlor im nachbörslichen Handel 2,4 Prozent.

Experten zeigten sich von Ellisons Rücktritt von der Firmenspitze überrascht. Zwar habe es entsprechende Spekulationen gegeben, sagte Daniel Ives von FBR Capital Markets. Der Zeitpunkt löse jedoch Verwunderung aus. «Die Wall Street wird viele Fragen haben.»

(sda/chb)