«Lieben Sie Ihren Beruf?», sprach Riet Grass, Geschäftsführer von Grass & Partner zum Auftakt der 3. Grass-Arena, um die Frage sogleich in eine Richtschnur für ein gutes Management umzumünzen: «Und wie würden Ihre Mitarbeiter die Frage beantworten?» Kein Zweifel, im Zürcher Dolder Grand sollte Klartext gesprochen werden, damit «Leadership mit Leidenschaft» nicht bloss als Aufbruch gedacht, sondern als Durchbruch realisiert werden könnte. Das Team des Grass-Unternehmens hatte sich hierfür tatkräftige Unterstützung geholt: Neben Barbara Janom-Steiner, Regierungsrätin des Kantons Graubünden, Robert Lombardini, Verwaltungsratspräsident der Firma Axpo, Alois Vinzenz, CEO der Graubündner Kantonalbank, und Marco Torriani, CEO des Genfer Hotels Mandarin Oriental, hatte auch Arno Del Curto - Trainer des HC Davos - den Weg ins Dolder auf sich genommen, um über die Qualitäten des erfolgreichen Leaders zu referieren. Indem die Redner offen, ehrlich und ungewohnt leidenschaftlich von ihren Erfahrungen im Bereich Unternehmensleitung erzählten, wiesen sie sich alle als gute Manager aus. Denn nur mit Authentizität - so der Tenor der Experten - wird der Leader seinem Namen gerecht. In der von «Handelszeitung»-Chefredaktor Martin Spieler geführten Schlussdebatte mahnte Vinzenz, dass Führung nie Selbstzweck sein dürfe. Del Curto erntete Sympathie mit seinem Vorsatz, das ganze Jahr über Vorbild zu sein und, wenn nötig, jeden Tag die Kaffeemaschine zu füllen. Und Janom legte Wert darauf, dass Führen auch bedeute, den Mitarbeitern zu vertrauen und sie nach gemeinsamer Absprache machen zu lassen. Für die Zukunft sahen Gäste viel Potenzial in einer Jugend, die den Leader auch einmal in Frage stellt und genauso das Unternehmen voranbringen kann.

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