Der ums Überleben kämpfende Westschweizer Batteriehersteller Leclanché hat auch im ersten Halbjahr 2013 rote Zahlen geschrieben. Leclanché rechnet mit einem operativen Verlust vor Investitionsaufwand (EBITDA) von «höchstens» 5,5 Millionen Franken, gegenüber 4,45 Millionen Franken im Vorjahr.

Der Umsatz sank um 14 Prozent auf 7,3 Millionen Franken. Für das Gesamtjahr 2013 rechnet das Unternehmen unter der Voraussetzung, dass sein Sanierungsplan weiter durchgeführt wird, mit einem operativen Verlust von unter 10,0 Millionen Franken nach 12,9 Millionen Franken ein Jahr zuvor, wie Leclanché am Dienstag weiter mitteilte.

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Mit der gesicherten Finanzierung rechnet das Unternehmen im Verlaufe des Jahres 2015 damit, die EBITDA-Gewinnschwelle zu erreichen. Diese Prognose hänge allerdings von der erfolgreichen Lancierung des stationären Produktangebots und der weiteren Durchführung des Sanierungsplans ab, schreibt Leclanché.

Neuer Kredit

Dem Spezialisten für Energiespeichersysteme ist es gelungen, sich eine mittelfristige Finanzierung über 17 Millionen Franken zu sichern. Mit dem Investor Precept Fund Management hat das Management ein Darlehensvertrag mit einer Laufzeit bis Juni 2016 unterzeichnet.

Diese Finanzierung sei nach «langen und schwierigen» Verhandlungen sichergestellt worden, hiess es weiter. Der Vertrag sieht einen Zins von zwei Prozent vor und und räumt Precept das Recht ein, zwei Verwaltungsräte zu nominieren. Bei der Fälligkeit werden zum Darlehensbetrag noch 500'000 Franken dazugerechnet.

Die Investoren können das Darlehen auch in Leclanché-Aktien wandeln, wenn sie dies wünschen. Sollte Precept das Darlehen nicht wandeln, kann es verlängert werden. Andernfalls bezahlt Leclanché den Kredit zurück.

Precept hat sich zudem Mitsprache bei der Aufnahme möglicher neuer Kredite und bei bestimmten Vertragsvereinbarungen festschreiben lassen. Leclanché besichert das Darlehen mit den Vermögenswerten des Unternehmens und durch Aktien und Vermögenswerte der Tochter Leclanché GmbH.

Traditionsbetrieb

Das Unternehmen, ein traditionsreicher Industriebetrieb des nördlichen Waadtlandes, hat im April einen Kapitalschnitt durchgeführt. Der Fonds Bruellan hat Leclanché bereits mit einem Kredit ausgeholfen.

Leclanché beschäftigt seine Mitarbeiter in der Schweiz und in Deutschland und hat in den vergangenen Jahren das Geschäft von traditionellen Batterien hin zur Produktion von Lithium-Ionen-Energiespeichern verlagert. Mithilfe dieses Marktes will das Unternehmen wieder Tritt fassen.

(rcv/aho/sda)