Der Westschweizer Batterienhersteller Leclanché ist nach wie vor in den roten Zahlen. Im Geschäftsjahr 2014 musste das Unternehmen einen Nettoverlust von 25,7 Millionen Franken hinnehmen. 2013 war das Defizit mit 13,6 Millionen Franken etwas mehr als halb so gross. Der konsolidierte Umsatzerlös ging um 27,6 Prozent auf 10,8 Millionen Franken zurück, wie das Unternehmen am Freitag zu seinem Geschäftsbericht mitteilte. Der EBITDA-Verlust belief sich auf 16,9 Millionen Franken (Vorjahr: 9,7 Millionen Franken).

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Eine angespannte Liquiditätslage habe in der zweiten Hälfte 2014 zu Geschäftsverlusten geführt und die Erfüllung von Aufträgen mit kurzen Lieferfristen verhindert, schrieb Leclanché zur Begründung.

Finanzierung für ein Jahr gesichert

Für 2015 sieht sich das Unternehmen dank neuen Produkten und seinem Wachstumsprogramm gut aufgestellt. Das Unternehmen geht davon aus, dass seine Finanzierung für mindestens ein Jahr gesichert ist, so lange bis die Gewinnschwelle beim EBITDA erreicht ist. Ob das gelingt, hängt vom Erfolg des Turnaround-Plans und des Wachstumsplans ab. Der Verlust pro Aktie verringerte sich von 1,69 Franken im Jahr 2013 auf 1,33 Franken. Grund dafür ist, dass eine höhere Zahl von gewichteten Aktien im Umlauf ist.

Am vergangenen 5. Januar hiessen die Leclanché-Aktionäre eine Kapitalspritze des dänischen Unternehmens Recharge Aps von 21 Millionen Franken gut. Das Unternehmen wurde damit Grossaktionär von Leclanché. Die Aufnahme von weiterem Wachstumskapital schloss das Unternehmen laut der Mitteilung nicht aus.

Auftrag für Batteriespeicher

Die Betriebskosten substanziell zu reduzieren, sei wegen des geplanten Aufbaus des Geschäfts kaum denkbar, hiess es in der Mitteilung.
Am Freitag wurde bekannt, dass Leclanché die Batteriespeichersysteme (BESS) für ein Projekt für erneuerbare Energien auf der Azoren-Insel Graciosa liefert. Das Unternehmen arbeitet dafür mit Younicos zusammen, einem auf integrierte Erneuerbare-Energie-Netz- und Speicherlösungen spezialisierten Unternehmen.

Das System soll es ermöglichen, das Stromnetz allein mit Wind- und Solarenergie zu betreiben. Zum Volumen des Auftrages machte Leclanché keine Angaben. Das Unternehmen mit Sitz im waadtländischen Yverdon-les-Bains ist spezialisiert auf die Produktion von Energiespeichersystemen und Lithium-Ionen-Zellen. Letztere produziert das Unternehmen in Deutschland. Zurzeit beschäftigt das Traditionsunternehmen rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den beiden Standorten.

(sda/me/gku)