Fast fünf Jahre nach der Pleite von Lehman Brothers beginnt die Entschädigung von Grossanlegern, die mit der US-Investmentbank gehandelt haben. Noch am Freitag sollten erste Zahlungen geleistet werden, teilte der zuständige Treuhänder James Giddens mit. Am Ende würden alle anerkannten Ansprüche beglichen. 

Wann der Auszahlungsprozess abgeschlossen werde, sei noch nicht klar. Kleinanleger waren bereits kurz nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers 2008 ausgezahlt worden. Insgesamt werden mehr als 100 Milliarden Dollar an Lehman-Kunden zurückgezahlt. Dass es für die Grosskunden so lange gedauert hat, lag an Rechtsstreitigkeiten zwischen den verschiedenen Gesellschaften im Lehman-Konzern. Die Muttergesellschaft Lehman Brothers Holdings erhält nun Ansprüche beim eigenen Brokerhaus in Höhe von 2,3 Milliarden Dollar zurück, die Europa-Tochter neun Milliarden Dollar.

Die Muttergesellschaft Lehman Brothers Holdings ist gerade dabei, 65 Milliarden Dollar nach einem Insolvenzplan an ihre Gläubiger auszuschütten. Dazu gehört auch die deutsche Lehman Brothers Bankhaus AG, über die die US-Investmentbank einen Grossteil ihres Kreditgeschäfts abgewickelt hatte. Die Lehman-Zertifikate, die die Bank an viele Privatkunden verkauft hatte, wiederum kommen von der niederländischen Tochter.

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(muv/reuters)