Schmolz + Bickenbachs Abwärtstrend des letzten Jahres setzt sich fort. Weniger Mitarbeiter und der Fokus auf Produkte mit höherer Wertschöpfung konnten die Auswirkungen des gesunkenen Umsatzes auf das Betriebsergebnis nicht kompensieren, teilte der Konzern mit.

Schmolz + Bickenbach vermeldet für das erste Quartal 2016 einen Umsatz von 603,6 Millionen Euro. Das entspricht einen Rückgang von 21,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Weniger Absatz

Im selben Vergleichszeitraum reduzierte sich die Absatzmenge um 4,6 Prozent auf 461 Kilotonnen. Zu diesem Minus haben alle drei Produktegruppen beigetragen, hiess es in der Mitteilung. Auf der Ebene des Umsatzes führten diese Rückgange zu einem Minus von 12,8 Prozent beim Werkzeugstahl, der Umsatz für rost-, säure- und hitzebeständigen Stahl (RSH-stahl) reduzierte sich um 18,7 Prozent und der für Edelbaustahl gar um 25,5 Prozent.

Da sich Schmolz+Bickenbach auf Produkte mit höherer Wertschöpfung fokussiere, habe man den Beitrag zum Gruppenumsatz für Werkzeugstahl erhöht, jener für RSH-Stahl wurde konstant gehalten und der für Edelbaustahl sank.

Sinkende Kosten

Zudem habe der Stellenabbau von 9022 per Ende März 2015 auf 8928 Ende März 2016 in Frankreich, den USA und Kanada zu einer Reduktion der Kosten um rund 10 Millionen Euro geführt. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist der Personalaufwand auf 142,7 Millionen Euro gesunken.

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Doch den starken Umsatzrückgang kompensierten die gesunkenen Kosten nicht. Das betriebliche Ergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um beinahe 60 Prozent, von 54,5 Millionen Euro auf 21,9 Millionen Euro. Auf Stufe Ebit resultierte gar ein Verlust von 8,3 Millionen Euro, im Vergleich zu einem Plus von 21,5 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Unter dem Strich verringerte sich der Verlust auf Stufe Konzernergebnis auf -24,4 Millionen Euro im Vergleich zu -122,4 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Trübe Aussichten

Beim Ausblick auf das Gesamtjahr zeigt sich Schmolz+Bickenbach zurückhaltend. Vor allem aus der Öl und Gasindustrie erwartet der Konzern keine positiven Impulse, während für die Autoindustrie von einer robusten und für den Maschinen- und Anlagebau von einer stabilen Entwicklung ausgegangen wird.

Dieses erste «herausfordernde» Quartal, wie es in der Mitteilung genannt wird, reiht sich ein in ein Gesamtjahr 2015, in dem der zweitgrösste Verlust der Firmengeschichte kommuniziert wurde. Diesem garstigen Umfeld will der Konzern mit Kostenmanagement und der Sicherung der Liquidität begegnen.

(sda/chb)