Der Elektronik-Komponentenhersteller Lem hat im ersten Semester des Geschäftsjahrs 2015/16 (per Ende September) beim Umsatz stagniert und unter dem Strich weniger verdient. Der Umsatz kam bei 131,6 Millionen Franken zu liegen, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem minimalen Plus von 0,1 Prozent entspricht. Wechselkursbereinigt hätte das Plus 3,4 Prozent betragen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Auch der Auftragseingang stagnierte (+0,2 Prozent auf 126,6 Millionen).

Im zweiten Quartal steigerte sich Lem gegenüber dem Jahresauftakt allerdings markant: So nahm der Umsatz gegenüber dem ersten Quartal um 14 Prozent auf 70,0 Millionen Franken zu und der Auftragseingang um 8,5 Prozent auf 66,0 Millionen. «Nach einer Abschwächung des Geschäftsverlaufs im vierten Quartal 2014/15 und im ersten Quartal 2015/16 legte unser Unternehmen im zweiten Quartal des Geschäftsjahres wieder an Dynamik zu», lässt sich CEO François Gabella in der Mitteilung zitieren.

Hoher Margendruck

Bei den Gewinnzahlen war die Entwicklung ähnlich. So sank der EBIT im gesamten ersten Halbjahr gegenüber Vorjahr um 16 Prozent auf 24,9 Millionen Franken, und die entsprechende Marge kam bei 18,9 Prozent nach 22,5 Prozent zu liegen. Im zweiten Quartal wurde mit 14,4 Millionen aber ein deutlich höheres Betriebsergebnis erwirtschaftet als im ersten, und die Marge war mit 20,5 Prozent auch deutlich besser.

Der Reingewinn nahm im Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,8 Prozent auf 19,8 Millionen Franken ab, wobei auch hier im Verlauf des Halbjahres eine Verbesserung eintrat. Trotzdem der besseren Dynamik seien der Umsatz und die Margen weiter von der Stärke des Schweizer Franken belastet, heisst es weiter. Zudem habe ein hoher Wettbewerbs- und Preisdruck geherrscht.

Mehr Umsatz in China

Nach Segmenten nahm im grösseren Industriebereich der Umsatz im Halbjahr um 2,9 Prozent auf 110,3 Millionen Franken und der EBIT um 22 Prozent auf 21,2 Millionen ab. In China erhöhten sich die Verkäufe gemäss den Angaben jedoch um 13 Prozent, und der Anteil des Landes am Spartenumsatz stieg auf 32 Prozent. In Europa sanken die Verkäufe gleichzeitig um 9 Prozent.

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Im kleineren Automobilsegment stieg der Umsatz um 19 Prozent auf 21,3 Millionen Franken und der EBIT um 42 Prozent auf 3,7 Millionen. Lem habe unter anderem von der staatlichen Förderung für umweltfreundliche Autos in China profitiert, heisst es dazu. Ausserdem seien neue Hybrid-Fahrzeugprojekte in den USA gestartet worden.

Stagnation erwartet

Für das gesamte Geschäftsjahr 2015/16 peilt das Management einen Umsatz zwischen 250 und 260 Millionen Franken an (VJ 257,8 Millionen) und eine EBIT-Marge im Zielkorridor von 15 Prozent bis 20 Prozent an (VJ 21,0 Prozent), wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Das Management geht für Europa und die USA von einer stabilen wirtschaftlichen Lage aus, rechnet aber in China mit einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums. Ausserdem betont das Unternehmen, dass die zweite Hälfte des Geschäftsjahrs aus saisonalen Gründen üblicherweise schwächer ausfalle als die erste.

(awp/ise/ama)