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Bilanz
Leonteq erhöht Dividende trotz Belastungen

Leonteq: Gute Zahlen für 2014. Keystone

Leonteq hat die Erwartungen übertroffen und seinen Gewinn 2014 um zwei Drittel gesteigert. Darum erhöhte der Anlage-Anbieter seine Dividende – trotz künftiger Belastungen durch den Franken-Schock.

Veröffentlicht am 26.02.2015

Anlage-Dienstleister Leonteq hat mit den Jahresresultaten die Prognosen am Markt klar übertroffen. Ein deutlich höherer Betriebsertrag sowie ein starkes zweistelliges Wachstum des Transaktionsvolumens trugen dazu bei, dass der Gewinn unter dem Strich fast um zwei Drittel zulegte. Die Aktionäre des auf strukturierte Produkte spezialisierten Finanzdienstleisters kommen daher in den Genuss einer höheren Dividende.

Insbesondere dank erhöhten Ergebnisbeiträgen der Plattformpartner sowie besonders starken Resultaten in der Schweiz und in Europa habe das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2014 ein gutes Ergebnis erzielt, teilte Leonteq am Donnerstag mit.
Das Transaktionsvolumen konnte um 30 Prozent auf 20,4 Milliarden Franken gesteigert werden. Dabei ging die durchschnittliche Marge auf auf 98 von zuvor 101 Basispunkten zurück. Dieser Rückgang um 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr reflektiere den höheren Anteil der Plattformpartner am Transaktionsvolumen in Einklang mit der Strategie, hiess es.

Personalaufwand legte stark zu

Der Betriebsertrag stieg um mehr als einen Viertel auf 200,0 Millionen Franken. Der Kommissions- und Dienstleistungserfolg erhöhte sich um rund einen Drittel auf 181,1 Millionen Franken, während im Handelsgeschäft ein um 17 Prozent geringerer Erfolg von 20,6 Millionen Franken verzeichnet wurde. Die Plattformpartner trugen 55 Prozent zum Transaktionsvolumen (+7 Prozentpunkte) und 52 Prozent zum Betriebsertrag (+8 Prozentpunkte) bei.

Gleichzeitig stieg der Geschäftsaufwand um 22 Prozent auf 139,8 Millionen. Dabei nahm besonders der Personalaufwand zu - aufgrund von Neueinstellungen und leistungsabhängiger Entschädigung um knapp einen Viertel auf 85,6 Millionen.
Unter dem Strich resultierte ein 38 Prozent höherer Vorsteuergewinn von 60,2 Millionen sowie aufgrund einer Netto-Steuergutschrift ein um 61 Prozent verbesserter Reingewinn von 62,6 Millionen. Der Verwaltungsrat schlägt der GV die Ausschüttung aus Reserven aus Kapitaleinlagen von 3,00 Franken je Aktie vor, nach 2,00 Franken im Vorjahr.

Mit den Ergebnissen hat das Unternehmen die Schätzungen von allen drei Analysten ( UBS, CS und Berenberg) sowohl mit dem Ertrag als auch mit dem Gewinn übertroffen.

Alle drei Segmente im Plus

Alle drei Segmente Banking Platform Partners, Insurance Platform Partners sowie Leonteq Production legten 2014 zu. Leonteq Production (Emission von strukturierten Anlageprodukten) erhöhte den Betriebsertrag um 8 Prozent auf Franken 95,2 Millionen und den Vorsteuergewinn um 11 Prozent auf 32,6 Millionen. Wegen des primären Unternehmensfokus auf das Geschäft mit Plattformpartnern entspreche der moderate Anstieg den Erwartungen, hiess es dazu.

Im Segment Banking Platform Partners stieg der Betriebsertrag um 54 Prozent auf 83,2 Millionen und der Vorsteuergewinn um 66 Prozent auf 44,1 Millionen. Das Segment, bisher unter White-labeling-Geschäft geführt, umfasst die Erträge und Kosten im Zusammenhang mit Plattformpartnern aus der Bankenbranche.

Während im asiatischen Markt begrenzte Geschäftsmöglichkeiten bis zum Erhalt der Kapitalmarktlizenz in Singapur im Juni 2014 sowie das strategiegemäss reduzierte Engagement bei grossen Transaktionen zu einem deutlichen Rückgang des Betriebsertrages (-22 Prozent auf 18,7 Millionen) führten, verzeichneten Europa (+44 Prozent auf 93,6 Millionen) und die Schweiz (+26 Prozent auf 87,7 Millionen) ein starkes Wachstum.

Frankenstärke belastet

Das Asiengeschäft hatte 2013 noch das grösste Wachstum innerhalb des jungen Unternehmens erbracht. Man sei für die Zukunft optimistisch, insbesondere aufgrund signifikanter Neueinstellungen und der neuen Partnerschaft mit DBS, so Leonteq. Anfang November 2014 war die Partnerschaft mit dem in Singapur ansässigen asiatischen Finanzdienstleister DBS bekanntgegeben worden, wobei es um die Entwicklung und die Distribution von strukturierten Aktienderivatsprodukten geht. Die vollständige Implementierung der Kooperation werde voraussichtlich mindestens zwölf bis 18 Monate in Anspruch nehmen, hiess es damals.

Für das laufende Jahr geht Leonteq davon aus, dass die Frankenstärke im Zusammenhang mit der Aufgabe des Mindestkurses die Resultate des Unternehmens beeinträchtigen werde. Die Erträge (2014: 62 Prozent) werden den Angaben nach weitgehend in USD und EUR generiert, die Kosten (78 Prozent) fallen jedoch grösstenteils in Franken an. Angenommene durchschnittliche Wechselkurse von 1,00 EUR/CHF und 0,87 USD/CHF hätten für 2014 einen rund 16 Prozent tieferen Vorsteuergewinn impliziert.
Die Frankenstärke biete jedoch auch Chancen, Investoren diesbezüglich mit neuen Lösungen bei der Risikoadjustierung der Portfolios zu unterstützen, lässt sich CEO Jan Schoch in der Mitteilung zitieren.

(awp/me/ama)

 

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