Die Buchhandelsbranche fiebert dem 25.August entgegen. Auf dieses Datum hat die parlamentarische Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK) das Buchpreisgesetz traktandiert. Die WAK entscheidet dann, ob sie auf einen Entwurf für ein Buchpreisbindungsgesetz eintreten will. Das ist die letzte Möglichkeit, eine Buchpreisbindung in der Schweiz wieder einzuführen. In Deutschland und Österreich wird die Preisbindung gesetzlich festgesetzt.

Jahrzehntelang hat der Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband (SBVV) erfolgreich für einen festen Buchpreis gekämpft. Alle Buchhändler mussten sich an die vorgegebenen Preise der Verlage halten. Vor einem Jahr erlitt der Verband eine Niederlage. Der Bundesrat hat sich am 2. Mai 2007 gegen eine Buchpreisbindung ausgesprochen. Das hatte Auswirkungen: Die Preise der Bestseller purzelten. Insgesamt hätten sich aber die Preise leicht erhöht, davon sind gewichtige Exponenten überzeugt. Etwa Thalia-CEO Hanspeter Büchler, Andreas Grob, CEO des Buchzentrums, und Dani Landolf, Geschäftsführer des SBVV. Ande-rer Meinung ist Ex-Libris-Chef Peter Bamert (siehe Interview).

Aufschluss über die Preisentwicklung soll eine Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz geben. Sie hat im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) die Preisentwicklung seit der Aufhebung der Buchpreisbindung untersucht. Das Seco will die Ergebnisse der Studie vor der Sitzung der WAK aber nicht publizieren.

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Für und wider Preisbindung

Die Befürworter einer Buchpreisbindung warnen vor einem Sterben der kleinen und mittleren Buchhandlungen, vor einer Gefährdung der flächendeckenden Versorgung mit Büchern und befürchten, dass viele Buchtitel gar nicht mehr erscheinen würden.

Die Gegner der Buchpreisbindung weisen darauf hin, dass viele Buchhandlungen auch schon bei fixen Preisen geschlossen wurden, weil sie keine Nachfolger fanden oder weil sie die hohen Mietzinsen nicht mehr bezahlen konnten. Zudem wären Grossbestellungen etwa von Bibliotheken unter der Preisbindung ins Ausland geflossen. Die Gegner sind optimistisch: Signale aus der WAK würden nach einer Aufhebung der Buchpreisbindung klingen.