ICT-NETWORKING PARTY. Andreas Meyer machte einen exzellenten Job. Für einmal als Chief Sausage Officer und nicht als SBB-Chef. Im Schnellzugstempo war er mit einem Teller voller Bratwürste an seinem Tisch zurück. Ganz anders als der Chief Potato Officer, Nationalrat Werner Marti. Zwar war die Portion Kartoffelsalat, die er für seinen Tisch am Selbstbedienungs-Buffet ergatterte, recht ansehnlich. Aber eben, es dauerte. Einen Rüffel vom Tischchef Anton Scherrer gab es trotzdem nicht. Im Gegenteil: Der Verwaltungsratspräsident der Swisscom nahm die verspätete Lieferung gelassen. Ebenso die verbalen Attacken von SP-Alphatier Peter Bodenmann. Er wie der emeritierte Wirtschaffsprofessor Walter Wittmann waren sich für einmal einig. Zumindest in Sachen Swisscom: Dienste und Netz im Bereich Festnetz müssen getrennt werden, um damit mehr Wettbewerb im Telekommunikationsmarkt zu schaffen. Anton Scherrer wie auch Swisscom-CEO Carsten Schloter sehen das natürlich anders. Aber es blieb ihnen nichts weiter übrig, als den beiden Podiumsteilnehmern zuzuhören. Zeit für klärende Worte gab es später. Podiumsleiter und «Handelszeitung»-Chefredaktor Martin Spieler dagegen konfrontierte die beiden Streithähne an Ort und Stelle mit anderen Positionen. Doch Bodenmann und Wittmann hatten das Kriegsbeil nicht ausgegraben. Sie gaben sich in den meisten Punkten versöhnlich. Auch bei der Beurteilung der Bundespolitik. Gefragt, was er vom neuen Bundesrat erwarte, sagte Bodenmann: «Nach vier Jahren, in denen wenig geschah, werden jetzt vier Jahre folgen, in denen gar nichts passiert.»Das Thema Stillstand passte aber gar nicht an die ICT-Networking-Party. Wie rasant die Entwicklung in der Branche ist, lässt sich auch am Erfolg der Veranstaltung ablesen. Mit über 900 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Medien gab es heuer einen Besucherrekord. Das ist in erster Linie dem Organisator und Chef-Netzwerker der IT-und Telekombranche, Fritz Sutter, zuzuschreiben. Das Vorstandsmitglied von ICTswitzerland und Asut hat es einmal mehr verstanden, alle wichtigen Köpfe anzulocken. Und das mit Bratwürsten und Kartoffelsalat.

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