Entwicklung von Systemen für die Tageslichtnutzung, individuelle Lichtplanungen, Verwendung von neuen Materialien und Entwerfen von energiesparenden Leuchten: Belux ist im Markt nicht nur in Sachen Design, Vielfalt und Innovation stets einen Schritt voraus, son-dern ebenso hinsichtlich intelligenter Technologien. Nichtsdestotrotz hält die Birsfeldener Firma, die die meisten Leuchten auch in einer energieeffizienten Variante anbietet, für gewisse Modelle an Glühlampen fest. Zumindest so lange, wie keine Energiesparlampen mit vergleichbarem Lichteffekt erhältlich sind. Weil für CEO Jürg Winterberg eine mit Energiesparlampe ausgestattete Stimmungsleuchte nie eine solche sein kann.

Gegen Verbot

Deswegen wehrt er sich gegen ein generelles Glühlampenverbot: «Solange keine gleichwertigen Leuchtmittel verfügbar sind, käme ein solches Verbot einer Bevormundung des Bürgers gleich», erläutert Winterberg seinen Standpunkt. Wichtiger erscheint ihm, «die Menschen für einen differenzierten Einsatz der verschiedenen Leuchtmittel zu sensibilisieren, Tageslichtmanagement zu fördern und ganzheitlich zu denken. In grossen Unternehmungen macht es zum Beispiel Sinn, in den Büroräumlichkeiten Energiesparlampen einzusetzen, während in der Cafeteria, wo Wohlfühlen und Entspannung im Vordergrund stehen, gedimmte Glühlampen verwendet werden, die nur zu Pausenzeiten brennen».

Integriertes Vorschaltgerät

Einen Ansatz, den die Lichtplanungsabteilung seit ihren Anfängen verfolgt. Denn trotz aller Ablehnung eines absoluten Glühlampenverbots ist man sich in Birsfelden seiner Verantwortung sehr bewusst. Und so realisiert der Leuchtenspezialist in regelmässigen Abständen Sonderlösungen für Grosskunden, bietet sein Multisens-Sensorensystem auch bauseitig an und lanciert mit Scope eine Leuchte, die den Einsatz von Energiesparlampen perfektioniert. Anders als bei gängigen Modellen wird die Energiesparlampe bei der von Hannes Wettstein entworfenen Neuheit nicht einfach in die Glühlampenversion eingeschraubt, sondern in ein separat konzipiertes Modell mit integriertem Vorschaltgerät. Dadurch gewinnt die Leuchte in ökologischer Hinsicht zusätzlich, da die Betriebsgeräte in der Regel länger halten als die Lampe und deshalb nicht bei jedem Lampenwechsel ausgetauscht werden müssen.
Ebenso intelligent präsentieren sich die Modelle Disk und Twilight: Während Ersteres – wegen seiner ultraflachen Konstruktion mit Glühlampen nicht realisierbar – mit einer Leistung von 100 Watt energiesparend für indirektes Raum- und direktes Arbeitslicht sorgt, wurde Twilight auf Wunsch eines Kunden energiefreundlich getrimmt. Im Hausgebrauch problemlos einsetzbar, verbraucht das dem Messeturm Basel nachempfundene Modell mit seinen 500 Watt pro Leuchte in langer und gar ganztägig eingeschalteter Ausführung zu viel Strom. Also entwickelten die Techniker eine Version, die dank dem Einsatz einer Metalldampf-Halogenlampe und vier LED mit 102 Watt auskommt und nun in dieser Variante nicht nur beim besagten Kunden, sondern auch im Standardsortiment steht. Zwar zurzeit aufgrund der LED noch zu einem deutlich höheren Preis, aber: «Trotzdem erweist sich die Energy-Save-Version wegen ihrer rund viermal tieferen Betriebskosten längerfristig als kostengünstigere Variante und liefert zudem einen Drittel mehr Licht», veranschaulicht Jürg Winterberg den Nutzen dieser Entwicklung.
Einen Nutzen, den auch der Anwesenheits- und Tageslichtsensor Multisens bietet, der das aktuelle Zauberwort Tageslichtmanagement auf den Punkt bringt. Er misst sowohl die Anwesenheit als auch das vorhandene Licht und ergänzt dieses je nach Tageslichtanteil mit Kunstlicht. Damit wird stets nur so viel Licht produziert, wie tatsächlich notwendig ist.
Der höhere Preis der auf diese Weise veredelten Leuchten rechtfertigt sich auch hier problemlos mit dem Energiespareffekt: Um bis zu 80% lassen sich die Energiekosten mit dem Einsatz dieses Sensors zusätzlich senken. Eine Rechnung, die aufgeht. Bei dieser Masse an energietechnischen Bemühungen soll auch ein Glühlampenmodell seine Berechtigung haben. Darum bitten wir an dieser Stelle «Blossom» freundlichst in unser Wohnzimmer: Von der Niederländerin Hella Jongerius entworfen, zieht diese Leuchte die Aufmerksamkeit mit eigenwilliger und gleichzeitig stimmiger Gestaltung auf sich.
Der Form einer Blume angelehnt, vereint die Stehleuchte drei Lichtelemente zu einem sinnlichen Einrichtungsgegenstand. Der obere, opale Reflektor dient als allgemeines Raumlicht, die mittlere Lichtquelle spendet breites Akzentlicht, die untere perfektes Leselicht. Entsprechend Hella Jongerius’ steter Suche nach einem neuen Umgang mit vertrauten Materialien überzeugt die Neukreation auch in dieser Hinsicht: Die Blütenkelche leuchten in schickem Wechselspiel zwischen glänzend und matt in gelblichem Grün, dunklem Aubergine, Metallicblau oder Gold, das Stromkabel ist farblich abgestimmt, der runde Fuss präsentiert sich wahlweise in abgestepptem Leder, warmem Terrakotta oder schlichtem Softtouch-Kunststoff und weckt je nach Material Assoziationen zu Polstermöbeln oder Vasen.
Spätestens, wer die Krönung dieses liebevollen Designs, die aus Goldbronze in traditionellem Afro-Guss gegossenen Schalter der einzelnen Lampen sieht, sollte trotz Glühlampe versöhnlich gestimmt sein. Ist diese Stimmungsleuchte doch auf gemütliches Licht angewiesen. Und als solche pro Element einzeln schalt- und dimmbar, also auf ihre eigene Art durchaus energiespartauglich.

Anzeige

------
www.belux.ch