Mit dem Datendiebstahl bei der liechtensteinischen LGT Group und dem anschliessenden Verkauf des Datenträgers an Deutschland wurde 2008 jene Steueraffäre losgetreten, die den Fürstenstaat in seinen Grundfesten erschüttert und sich bis in die Schweiz ausgeweitet hat.

Den Steuerskandal scheint die Fürstenbank nur zwei Jahre nach dem Eklat bereits gut verdaut zu haben, es zeigt sich ein klarer Aufwärtstrend. «Wir haben die Affäre überstanden», sagt LGT-Chef Prinz Max von und zu Liechtenstein im Interview mit der «Handelszeitung». So verzeichnete das Finanzinstitut im 1. Halbjahr 2010 erstmals wieder einen Netto-Neugeldzufluss von 1,1 Mrd Fr., nach einem Abfluss von 5 Mrd Fr. über die vergangenen zwei Jahre.

Die von der Liechtenstei-ner Regierung eingeschlagene Weissgeldstrategie hat sich dabei als richtig erwiesen. In besonderem Mass profitieren die Finanzinstitute mittlerweile auch vom Steuerabkommen mit Grossbritannien, welches es den UK-Bürgern erlaubt, ihre nicht versteuerten Gelder im Fürstentum zu deklarieren. «Wir verzeichnen seit Bekanntgabe der neuen Regelung einen Neugeldzufluss von UK-Steuerpflichtigen in dreistelliger Millionenhöhe», beschreibt Prinz Max die Situation bei der LGT.

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Angesichts dieses durchschlagenden Erfolges wirbt die LGT heute aktiv um UK-Steuerflüchtlinge. Die Bank will deren Vermögen ins Ländle holen - und zwar weltweit. Denn «es gibt auch ausserhalb von Grossbritannien zahlreiche UK-Steuerpflichtige, die vom Abkommen profitieren können», ist der Prinz überzeugt.