1. Home
  2. Unternehmen
  3. Liberty Reserve: Eine Spur führt zu Schweizer Server

Geldwäsche
Liberty Reserve: Eine Spur führt zu Schweizer Server

Es ist wohl einer der grössten Fälle von Geldwäsche aller Zeiten. Das Bundesamt für Justiz war in die Ermittlungen der USA rund um Liberty Reserve involviert.

Von Christian Bütikofer
am 29.05.2013

Seit Herbst 2011 hefteten sich die amerikanischen Ermittler um den New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara dem Unternehmen an die Fersen. Die Firma Liberty Reserve mit Sitz in Costa Rica vertrieb die gleichnamige virtuelle Währung Liberty Reserve, im Web auch als «LR» bekannt.

Das Ziel dieses Angebots war es von Anfang an, grösstmögliche Anonymität für die Benutzer bereitzustellen - so konnten die User zum Beispiel nicht direkt ihr virtuelles Geld mit realem Geld hinterlegen. Dies musste im Internet über Mittelsmänner in Russland, Nigeria, Vietnam oder Malaysia geschehen.

In den USA war gleich ein halbes Dutzend Behörden involviert: Das Justiz- und das Finanzministerium, das Department for Homeland Security, der Geheimdienst und die Taskforce gegen globale Finanzbetrügereien. Die Ermittlungen der amerikanischen Behörden führten zu einem internationalen Vorgehen in vielen verschiedenen Ländern. Auch die Schweiz war involviert, wie Recherchen von handelszeitung.ch ergaben.

Mitte Mai wurde Bern gerufen

Das Bundesamt für Justiz wurde in die Ermittlungen miteinbezogen. Die USA stellten in Bern am 16. Mai 2013 ein Rechtshilfegesuch, wie eine Mediensprecherin bestätigt. Darin wurde die Schweiz gebeten, einen Server zu beschlagnahmen, der von der Liberty Reserve benutzt wurde.

Die Schweiz entsprach mit Eintretensverfügung vom 21. Mai 2013 dem Ersuchen in vollem Umfang. Welchen Hoster die Aktion betraf, will man in Bern nicht verraten.

Die Webseite www.exchangezone.com, die in der Anklageschrift neben Libertyreserve.com, Swiftexchanger.com, Moneycentralmarket.com und Asiongold.com als Hauptdomains aufgeführt sind, wurde Mitte Mai 2013 auf der IP-Adresse 46.4.5.25 gehostet. Diese IP-Adresse ist auf den deutschen Webhoster Hetzner Online eingetragen, der auch Rechenzentren betreibt und in der Download-Affäre um das illegale Filmportal Kino.to eine Rolle spielte.

 
Anzeige