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Libor-Skandal: Deutsche Bank feuert Mitarbeiter

Die Deutsche Bank zieht aus dem Libor-Skandal interne Konsequenzen. (Bild: Keystone)

Der Skandal um die Libor-Manipulationen zieht weitere Kreise: Nun hat die Deutsche Bank nach internen Ermittlungen mehrere Händler suspendiert.

Veröffentlicht am 06.02.2013

Die Deutsche Bank hat im Zusammenhang mit internen Ermittlungen zu Zinsmanipulationen fünf weitere Händler suspendiert. «Nachdem die Bank festgestellt hat, dass sich eine bestimmte Zahl von Mitarbeitern unangemessen verhalten hatte, hat sie diese Mitarbeiter suspendiert oder entlassen und verfallbare Vergütungskomponenten einbehalten», erklärte ein Konzernsprecher in Frankfurt. «Dies wird auch weiterhin der Fall sein, während wir die Untersuchung zu Ende führen.»

Die fünf Mitarbeiter arbeiteten im Geldmarktteam in Frankfurt und waren unter anderem für die Festlegung von Referenzzinsen wie Libor und Euribor zuständig. Zur Rolle der Deutschen Bank in dem Fall läuft auch noch eine Sonderprüfung der Finanzaufsicht Bafin.

Die «London Interbank Offered Rate» (Libor) gibt an, zu welchen Konditionen sich Banken gegenseitig Geld leihen. Der Zins dient als Massstab für Geldgeschäfte in Billionenhöhe. An der seiner Berechnung sind die britischen Banken und eine Reihe der weltweit grössten internationalen Banken beteiligt. Über Jahre sollen Grossbanken den Zinssatz manipuliert haben, um höhere Gewinne einzustreichen.

Bei der britischen Grossbank Barclays kostete der Skandal Vorstandschef Bob Diamond den Job. Die Schweizer Grossbank UBS zahlte im Dezember fast 1,2 Milliarden Euro Busse. Zudem einigte sich die verstaatlichte britische Grossbank Royal Bank of Scotland (RBS ) im Libor-Skandal mit den Behörden auf 612 Millionen US-Dollar Strafe.

Dass auch bei der Deutschen Bank einzelne Mitarbeiter in den Jahren 2006/2007 an den Tricksereien beteiligt waren, daran gibt es auch nach Angaben der grössten deutschen Bank schon seit einiger Zeit keine Zweifel. Zwei Mitarbeiter mussten das Institut bereits verlassen. Der Dax -Konzern schliesst aber weiterhin aus, dass das höhere Management an Zinsmanipulationen beteiligt war.

(muv/chb/awp)

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