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Libor-Skandal erreicht die Deutsche Bank

Die Deutsche Bank gerät auch in den Sog des Libor-Skandals. (Bild: Keystone)

Der Libor-Skandal zieht weitere Kreise: In den USA sieht sich die Deutsche Bank mit Klagen von Investoren konfrontiert.

Veröffentlicht am 08.07.2012

Die Affäre um manipulierte Zinsen sorgt weiter für Unruhe: In den USA sieht sich auch die Deutsche Bank mit Klagen von Investoren konfrontiert.

Die Fondsgesesellschaft Metzler Investment GmbH, die zur Frankfurter Privatbank Metzler gehört, ist nach Angaben eines Sprechers derzeit an insgesamt zehn Sammelklagen beteiligt, bei denen es unter anderem um den Vorwurf manipulierter Marktzinsen gegen die Deutsche Bank und andere Institute geht.

«Wir sind per Gesetz verpflichtet zu handeln, wenn die Gefahr besteht, das treuhändisches Vermögen gefährdet ist», erklärte der Metzler-Sprecher am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa in Frankfurt. Das sei «ein ganz normaler Vorgang». Der Sprecher bestätigte damit entsprechende Berichte von «Spiegel» und «Manager Magazin». Die Klage zu mutmasslichen Manipulationen des Marktzinssatzes Libor sei seit Oktober anhängig, sagte der Metzler-Sprecher.

Libor ist der Zinssatz, zu dem sich Banken untereinander Geld leihen. Meldet eine Bank einen hohen Liborsatz, kann dies als Zeichen schwacher Kapitalausstattung gewertet werden. Der Chef der britischen Grossbank Barclays , Bob Diamond, war am Dienstag im Zuge der Zinsaffäre zurückgetreten.

Die Deutsche Bank verwies am Wochenende erneut auf ihren jüngsten Quartalsbericht. Darin heisst es, das Institut sei von verschiedenen «Aufsichts- und Regierungsbehörden in den USA und in Europa» um Auskunft «im Zusammenhang mit der Quotierung von Zinssätzen im Interbankenmarkt für verschiedene Währungen» zwischen 2005 und 2011 gebeten worden. «Die Deutsche Bank kooperiert mit den Behörden hinsichtlich dieser Untersuchungen.» In dem Zwischenbericht ist bereits von laufenden zivilrechtlichen Klagen in den USA die Rede.

(muv/awp)

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