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Libor-Skandalbank Barclays erhält neuen Chef

Auf Sir David Walker wartet bei Barclays eine delikate Aufgabe. (Bild: Keystone)

Die britische Bank Barclays ist massgeblich in den Skandal um manipulierte Zinssätze verstrickt. Nun wird mit David Walker Chef des Verwaltungsrats - in der Finanzbranche beileibe kein Unbekannter.

Veröffentlicht am 10.08.2012

Die in den Libor-Skandal verstrickte britische Bank Barclays hat einen neuen Chef für ihren Verwaltungsrat gefunden. David Walker werde die Nachfolge von Marcus Agius antreten, der wegen des Libor-Skandals seinen Rücktritt angekündigt habe, teilte die Bank am Donnerstagabend mit.

Walker werde zunächst als Mitglied des Verwaltungsrates in das Gremium aufgenommen und solle dann zum 1. November die Führung übernehmen. Barclays hatte durch den Skandal auch seinen Vorstandschef Bob Diamond verloren. Dessen Aufgaben hat Agius zunächst kommissarisch mitübernommen.

Der 72 Jahre alte David Walker war früher Chef des Verwaltungsrates bei Morgan Stanley International und hatte für die Labour-Regierung von Premierminister Gordon Brown eine Untersuchung zum britischen Bankensystem geleitet. Zu seinen Aufgaben wird es auch gehören, einen neuen Vorstandschef für die Bank zu finden, die in der grössten Krise in ihrer Geschichte steckt.

Barclays musste an die Bankaufsichtsbehörden in den USA und Grossbritannien sowie an das US-Justizministerium 290 Millionen Pfund (rund 345 Millionen Euro) zahlen, weil Händler der Bank in den Jahren 2005 bis 2009 den Libor-Satz manipuliert hatten. Der Satz gibt an, zu welchen Konditionen sich Banken gegenseitig Geld leihen.

Die Barclays-Händler hatten mit Falschmeldungen den Satz, der auch als Referenz für viele internationale Geldgeschäfte herangezogen wird, künstlich nach unten gedrückt. An dem Schwindel sollen auch mehrere andere Banken aus Europa, Asien und den USA beteiligt gewesen sein, darunter die Deutsche Bank . Die britische Royal Bank of Scotland hat eine Beteiligung bereits zugegeben.

(vst/muv/awp)

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