Gleichzeitig mit dem Verkaufsverbot für 60-Watt-Glühbirnen in der Schweiz und in der EU erhöhen die Leuchtmittel-Hersteller Osram und Philips die Preise für Energiesparlampen.

Begründet wurde die «ausserordentliche Preiserhöhung» der Siemens-Tochter Osram (Aktie Siemens) zum 1. September mit einem drastischen Preisanstieg bei sogenannten seltenen Erden, die als Rohstoff benötigt werden. Im Schnitt liegen die Preiserhöhungen bei 20 bis 25 Prozent, sagte Osram-Chef Martin Goetzeler der «Financial Times Deutschland». Betroffen sind Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen.

«Die zunehmende globale Knappheit dieser Materialien hat zu einer Kostenexplosion geführt», zitiert die Zeitung aus einem Brief Osrams an seine Kunden.

Hintergrund sei die gestiegene Nachfrage nach seltenen Erden wie Europium, Terbium und Yttrium und die restriktive Exportpolitik Chinas, das fast alle Abbaugebiete kontrolliert. Der Osram-Chef rechnet daher mit Preissteigerungen in der gesamten Branche. Osram arbeite an Prozessen, um seltene Erden über Recycling zurückzugewinnen.

Preiserhöhungen auch bei Philips

Auch der niederländische Elektrokonzern Philips (Aktie) erhöhrt seine Preise für Energiesparlampen. In Deutschland seien durchschnittliche Steigerungen zwischen 20 und 25 Prozent im Laufe der nächsten Monate geplant, sagte ein Konzernsprecher der Nachrichtenagentur dpa.

Dies habe jedoch nichts mit dem Verbot der 60-Watt-Glühbirne zu tun. Philips-Konzernchef Frans van Houten habe bereits Mitte Juli bei der Vorstellung der Unternehmensbilanz für das zweite Quartal deutlich gemacht, dass angesichts steigender Kosten für Rohstoffe die Preise weltweit erhöht werden. So würden zum Beispiel auch Kunden in den USA künftig etwa bis zu einem Viertel mehr für Energiesparlampen hinlegen müssen.

Philips war im zweiten Quartal wegen unerwarteter Abschreibungen tief in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich stand ein Verlust von 1,345 Milliarden Euro, nach einem Gewinn von 262 Millionen Euro vor einem Jahr.

Aus den Geschäften verbannt

Ab Donnerstag dürfen in der Schweiz und EU-weit keine herkömmlichen Glühbirnen mit mehr als 40 Watt in den Handel kommen. Dadurch dürfte die Nachfrage nach Energiesparlampen deutlich ansteigen.

Bereits seit zwei Jahren sind in der Schweiz die 100-Watt-Birnen verboten, seit einem Jahr die 75-Watt-Birnen. Bis Ende 2012 sollen alle herkömmlichen Glühbirnen verschwinden. Eine Energiesparlampe mit 12 Watt entspricht einer 60-Watt-Birne.

Befürworter hatten bisher argumentiert, die wesentlich teureren Energiesparlampen wären nicht nur effizienter, sondern aufgrund ihrer längeren Haltbarkeit unterm Strich auch günstiger. Allerdings halten Kritiker dagegen, dass dies für viele Haushalte nicht zutrifft.

(rcv/laf/tno/sda)

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