Der Markt für strukturierte Produkte ist stark von den Aktienmärkten abhängig. Fast 90% der an der Derivatebörse Scoach kotierten Produkte liegen nämlich Aktien zugrunde. Deshalb haben die derivativen Vehikel auch von der jüngsten Erholungsrally seit März 2009 profitiert. Nach der Delle im Jahr 2008 und einem herben Schlag durch den Lehman-Konkurs kann die Branche wieder aufatmen. «In den letzten beiden Quartalen 2009 hatten wir wieder steigende Volumen», sagt Roger Studer, Leiter des Investment Banking bei der Bank Vontobel im Interview mit der «Handelszeitung». Studer ist auch für das laufendeJahr optimistisch: «Wir rechnen mit mittleren zweistelligen Wachstumsraten für den Gesamtmarkt», so der Vontobel-Mann.

Auf die Frage, welches das letzte strukturierte Produkt sei, das er gekauft habe, antwortet Studer überraschenderweise: «Ein Kapitalschutzprodukt auf Gold.» Ein doch recht defensives Produkt. Erwartet doch Studer, dass der Schweizer Aktienmarkt dieses Jahr nochmals 5 bis 10% zulegen wird - eigentlich ein ideales Umfeld für Renditeoptimierungsprodukte.

Ein wachsendes Segment sind auch die pfandbesicherten Zertifikate (Cosi). EFG Financial Products will die Produkte demnächst auch in Deutschland zugänglich machen. Doch nicht nur die Derivatebranche sieht mit Zuversicht in die Zukunft. Auch Anbieter von aktiv gemanagten Fonds hoffen auf verstärktes Kundeninteresse. In den letzten Jahren haben Exchange Traded Funds (ETF), also passiv gemanagte Fonds, ein rasantes Wachstum verzeichnet und damit klassischen Anlagefonds das Wasser abgegraben. Die börsenkotierten Fonds zeichnen einen Index nach und können deshalb tiefere Gebühren veranschlagen als aktive Fondsmanager.

Anzeige

Die Autoren der ZKB erhoffen sich nun ein «Revival» des aktiven Managements. Sie argumentieren, dass bei passiven Investments das Risiko besteht, dass Anlagen wegen hoher Bewertungsniveaus zu hohe Indexgewichte ausmachten und so zu Verzerrungen führten. Iwan Deplazes und Christoph Ritschard gehen davon aus, dass die in den kommenden Monaten zu erwartenden Marktschwankungen Opportunitäten für aktive Fondsmanager bieten werden.

In die gleiche Kerbe schlägt auch Martin Thommen, der Präsident des Schweizerischen Fondsverbandes (SFA). «Dank dem Prinzip der Diversifikation können die titelspezifischen Risiken von Fonds reduziert werden», so Thommen.