Seit Jahresbeginn kämpft Swissmetal mit Lieferengpässen aufgrund der Umstellung auf eine neue Extrusionspresse am Standort Dornach. Während der Buntmetallverarbeiter deswegen seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr reduzieren musste und nur noch von einem ausgeglichenen Ergebnis ausgeht, scheinen ihm die Kunden trotz allem weiterhin die Stange zu halten. «Der weitaus überwiegende Teil unserer Kunden hat Verständnis für die Situation», sagt Swissmetal-CEO Martin Hellweg. Den Fachleuten sei klar, dass eine solche Umstellung eine besondere und kaum genau planbare Herausforderung darstelle, und ergänzt: «Natürlich gibt es aber auch kritische Einzelfälle.»

2008 wird zum reinen Lehrjahr

Ausschlaggebend für die Lieferengpässe bei Swissmetal sind verschiedene Probleme, darunter eine nicht funktionierende Drahtlinie sowie immer wiederkehrende Störungen in der Regel- und Steuertechnik, welche die vollständige Umstellung der Produktion auf die neue Extrusionspresse, die ursprünglich im Juni 2008 abgeschlossen sein sollte, verzögert. Wäre alles nach Plan verlaufen, so wäre laut Swissmetal bei gleichem Geschäftsgang wie im Vorjahr eine deutliche Ergebnisverbesserung möglich gewesen. Nun wird 2008 zum reinen Lehrjahr. «Wir operieren leider trotz höherem Auftragseingang als im Vorjahr mehr oder weniger auf dem Level des Breakeven-Umsatzes», so der Swissmetal-Chef.Um die Lieferengpässe zu minimieren, verzichtet Swissmetal auf die im Sommer übliche Betriebsschliessung. Zudem versorgt der Standort Lüdenscheid heute in wesentlichem Umfang Reconvilier. «Dies alles kompensiert aber nicht ganz für die noch nicht auf Volltouren laufende neue Extrusionspresse», erklärt Hellweg.

Schadenssumme noch ungewiss

Die Umstellung der Produktion auf die neue Anlage soll nun laut Swissmetal im September 2008 abgeschlossen sein. Bis dahin sind weiterhin auch alte Pressen in Dornach im Einsatz, was jedoch nicht ganz problemfrei möglich ist. «Wir müssen aufpassen, dass wir unsere Experten nicht zu breit streuen, sonst wird der Übergang zur neuen Presse noch mehr in die Länge gezogen», ist Hellweg überzeugt.

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Wie hoch der Schaden aus den Produktionsausfällen genau ausfallen wird, kann bei Swissmetal noch nicht genau beziffert werden. Gegen gewisse Betriebsausfälle ist der Buntmetallverarbeiter immerhin versichert. «Ob dies hier ein versicherter Fall ist, muss nach dem Abschluss der Arbeiten abgeklärt werden», so der CEO. Zurzeit konzentriere sich das Unternehmen mit ganzer Energie auf die Behebung der Probleme mit der neuen Extrusionspresse.

Für das Geschäftsjahr 2009 erwartet Swissmetal, dass sich die positive Entwicklung weiter fortsetzt, nachdem alle Restrukturierungsmassnahmen, die dem Unternehmen bis 2010 eine Kapitalrendite von 9% nach Steuern bringen sollen, bereits heute erfolgreich umgesetzt wurden.