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Milliarden-Deal
Liefert Stadler Rail 960 Züge in den Iran?

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Stadler Rail: Zugbauer mit Sitz in Bussnang TG.Quelle: Keystone

Stadler Rail buhlt um einen milliardenschweren Auftrag im Iran. Laut der iranischen Nachrichtenagentur ist der Deal unter Dach und Fach.

Von Marc Iseli und Bernhard Fischer
am 01.03.2018

Verwirrung um den Schweizer Zugbauer Stadler Rail: Laut der iranischen Nachrichtenagentur IRNA hat das Unternehmen einen milliardenschweren Vertrag mit dem Iran unterzeichnet. Stadler Rail aber sagt, es sei kein definitiver Vertrag unterzeichnet worden. Man sei immer noch in Verhandlungen.

Es geht um 960 Metro-Züge im Gegenwert von knapp 1,3 Milliarden Franken. Die Mehrheit der Subway-Wagons sollen in den kommenden Jahren in der Hauptstadt Teheran und dessen Vorort Karaj rollen.

Der Vertrag sei am Mittwoch unterzeichnet worden, heisst es im Medienbericht. Die Schweizer Botschaft in Teheran hat ein Foto der Vertragsunterzeichnung auf Twitter geteilt. Es zeigt Markus Leitner, den Schweizer Botschafter im Iran, und Livia Leu, ehemalige Botschafterin der Schweiz im Iran und aktuell die Delegierte des Bundesrats für Handelsverträge. Eine Sprecherin des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) bestätigt der «Handelszeitung» die Anwesenheit von Livia Leu im Iran. Laut Info der Schweizer Botschaft sollen die ersten Schweizer U-Bahn-Wagen Ende 2020 auf die iranischen Schienen kommen.

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Stadler Rail und Patron Peter Spuhler buhlen schon seit Jahren um einen Auftrag im Iran. Eine erste Absichtserklärung über die Lieferung von bis zu 2000 Metro-Wagons unterzeichnete das Unternehmen aus dem thurgauischen Bussnang im Mai 2016. Auf den Fotos, die von vergangenem Mittwoch kursieren, sind aber weder Patron Peter Spuhler noch Stadler-CEO Thomas Ahlburg zu sehen.

Eine mögliche Erklärung liegt darin, dass sich Stadler Rail beim Geschäften in Iran vom iranischen Unternehmen «Polour Sabz Industrial Group» repräsentieren lässt. Polour Sabz ist ein lokaler Bahnhersteller, der bisher vorwiegend mit Teppichen ausgekleidete Nachtzüge inklusive Speisewägen an die Eisenbahngesellschaft der Islamischen Republik Iran lieferte.

Partner von Stadler im Iran ist laut der iranischen Nachrichtenagentur die IDRO Group. Das Kürzel steht für «Industrial Development and Renovation Organization». Das Unternehmen gehört zu den grössten Firmen des Landes. Es ist ein Staatsunternehmen mit dem Auftrag, die heimische Industrie zu entwickeln.

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Anwesend: Markus Leitner, Botschafter der Schweiz im Iran (auf dem Foto ganz links mit roter Krawatte) und Livia Leu (mit Kopftuch).
Quelle: PD