Der israelische Telemedizin-Anbieter LifeWatch erzielte nach jahrelangem Tiefflug im zweiten Quartal 2013 einen deutlich höheren Umsatz als im Vorjahr und schwarze Zahlen. Auch ohne die einmalige Steuergutschrift von 7,3 wäre das Unternehmen wohl knapp in der Gewinnzone geblieben.

LifeWatch hat im zweiten Quartal 2013 einen um 19 Prozent höheren Umsatz von 22,7 Millionen USD erzielt. Der operative Gewinn (EBIT) stieg derweil auf 1,5 Millionen nach 0,04 Millionen im Vorjahr. Auf der untersten Zeile der Erfolgsrechnung blieb LifeWatch ein Reingewinn von 8,7 Millionen, nachdem im Vorjahr ein Fehlbetrag von 1,4 Millionen resultierte. Dabei wurde der Reingewinn durch einen einmaligen Steuereffekt von 7,3 Millionen gestützt. Für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich das Unternehmen weiter zuversichtlich.

Höhere Kosten

Die Umsatzkosten stiegen proportional zu den höheren Absatzvolumen und betrugen im zweiten Quartal 9,2 Millionen USD, gegenüber 8,6 Millionen im Vorjahr. Deutlich mehr hat das Unternehmen auch in den Verkauf gesteckt. Die Ausgaben für Verkauf und Marketing stiegen um knapp 0,8 Millionen auf 5,0 Millionen Dollar. Die Auslagen für Forschung und Entwicklung betrugen 1,9 Millionen was ebenfalls einem leichten Wachstum gegenüber dem Vorjahr entspricht.

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Die Zunahme sei auf zusätzliche Investitionen in das hauseigene Gesundheits-Smartphone LifeWatch V sowie weitere neue Produkte zurückzuführen, die das Unternehmen im vierten Quartal enthüllen will.

Nach der Publikation der Resultate zum ersten Quartal im Mai hatte LifeWatch bereits eine Steigerung bei Umsatz und Reingewinn in Aussicht gestellt. Dabei erwartet das Unternehmen im Ganzjahr 40-50 neue Verträge im Bereich Schlafüberwachung. Im ersten Halbjahr hat LifeWatch in allen Bereichen insgesamt 48 neue oder angepasste Verträge abgeschlossen.

Weiter betonte das Unternehmen die bereits bekannte Verlängerung mit der UnitedHealthcare (UHC) Insurance Company um drei Jahre. Damit würden nun für alle 70 Millionen Mitglieder von UHC die Kosten für eine Behandlung mit LifeWatch-Services gedeckt. Was dies für den künftigen Umsatz von LifeWatch konkret bedeuten könnte bleibt indes unklar, da CEO Yacov Geva im Rahmen der Telefonkonferenz keine Fragen entgegen nahm.

Keine konkrete Guidance

Ebenfalls wenig konkret blieb der CEO in Bezug auf den Ausblick für das Ganzjahr. Die intensivere Ausbildung des Verkaufspersonals sowie neu implementierte Strategien hätten das Umsatzwachstum getragen. Für das restliche Jahr bleibt Geva zuversichtlich für weiteres Umsatzwachstum bei stabiler Profitabilität.

Wie die Situation in der mittleren Frist eingeschätzt wird bleibt derweil ungewiss. An der Börse sind die Titel gefragt. Die Namenaktien von LifeWatch avancieren bis um 11.05 Uhr um 2,7 Prozent auf 7,25 Franken. Der Gesamtmarkt - gemessen am SPI - steht aktuell mit 0,2Prozent im Minus.

(tke/awp)