Ein starker Preiswettbewerb und steigende Preise für Rohmaterialien waren die zentralen Herausforderungen des vergangenen Jahres für den Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli. Was die steigenden Kakopreise angeht, zeigt sich der Konzern aber zuversichtlich: Die Preise werden im zweiten Halbjahr 2015 nachgeben, sagt Lindt-Chef Tanner. Der Ernteausblick sei gut und der Verbrauch werde nicht so rasch wachsen, wie manche erwarten, ergänzt Tanner.

Gegenteiliges hört man von Händlern: Der Rohstoffhändler Olam International sagte im Dezember, er gehe 2015 vom vierten Preisanstieg bei Kakao auf Jahressicht in Folge aus. Weltweit bestehe ein knappes Angebot und die Nachfrage werde das Angebot um 120’000 Tonnen übersteigen, da die Ernte in Westafrika weniger ergiebig sei.

Aufgebauschte Nachfrage

Die Nachfrage werde aufgebauscht, entgegnet Tanner. Alle sprächen davon, dass China und Indien künftig eine Rolle spielten, aber beide hätten eine so geringe Nachfrage, dass es bislang keinen Einfluss habe.

Der Konzernchef geht auch nicht davon aus, dass es in den nächsten fünf Jahren Probleme wegen Angebotsknappheit geben werde. Die in Kilchberg beheimatete Firma gebe jährlich Millionen aus, um rund 20'000 Bauern in Ghana mit Training, Ausrüstung und Ausbildung zu unterstützen. Das Ziel: Produktivität verdoppeln. Ghana ist nach der Elfenbeinküste der zweitgrösste Kakao-Produzent der Welt

Nachhaltige Einkommensquelle

Diese Projekte werden die Produktion in naher Zukunft stark ansteigen lassen, zeigt sich Schokoladen-Chef Tanner überzeugt. Weil die Bauern mehr Geld verdienen und ihre Familien besser ernähren können, werde auch die nachfolgende Generation merken, dass mit Kakao durchaus Geld verdient werden kann. Und das werde sich wiederum positiv auf das Angebot auswirken.

Lindt, weltweit der grösste Hersteller von Schokoladen im Premium-Segment, meldete am Dienstag einen Umsatzschub für 2014. Die Lindt-Titel verteuerten sich an der Börse Zürich um 4,1 Prozent auf 5230 Franken. Für 2015 erwartet die Firma ein Wachstum von sechs bis acht Prozent. Nicht berücksichtigt darin sei der Zukauf von Russell Stover, sagte Tanner.

( bloomberg/ise)

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