Das Topmanagement des Schoggi-Konzerns Lindt & Sprüngli hat in den letzten eineinhalb Jahren Partizipationsscheine (PS) im Wert von gegen 140 Millionen Franken verkauft. Allein in diesem Jahr wurden über 13'000 PS-Titel verkauft.

Lindt-Sprecherin Nathalie Zagoda sagt: «Aufgrund des kontinuierlich guten Kursverlaufs der PS an der Börse ist es verständlich, dass von der Ausübung der Optionsrechte Gebrauch gemacht wird.» Es handelt sich um Optionen aus einem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm, das der Schoggi-Konzern Ende der 1990er-Jahre initiierte und berechtigt zum Bezug von Partizipationsscheinen.

«Optionspläne gehören eigentlich zum Grundsalär»

Langjährige PS-Inhaber werden auf diese Weise verwässert: So stieg der PS-Anteil am Gesamtkapital der Lindt & Sprüngli – trotz Rückkaufprogrammen - in den letzten zehn Jahren von 35 auf 40 Prozent. Gleichzeitig fiel die Kursperformance um einen Viertel schwächer aus als bei den Namenaktien.

Aktionärsschützer Vincent Kaufmann Vincent Kaufmann von der Stiftung Ethos kritisiert das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm: «Es ist stosssend, dass die exzessiven Mitarbeiter-Optionspläne nur einem kleinen Zirkel von Managern vorbehalten sind und dass die Zuteilung der Optionen an keinerlei Leistungskriterien gebunden sind. Die Optionspläne gehören eigentlich zum Grundsalär.»

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