Der Premiumschokoladen-Hersteller Lindt & Sprüngli hat im ersten Halbjahr 2015 deutlich mehr verdient. Der Betriebsgewinn (Ebit) stieg um gegen 18 Prozent auf 90,6 Millionen, der Reingewinn um über 16 Prozent auf 65,0 Millionen Franken. Der Währungseffekt aufgrund der Frankenaufwertung auf Ebit-Stufe beträgt -10,6 Prozent.

Die rekordhohen Rohstoffpreise für Kakaobohnen, Haselnüsse und Mandeln sowie die anhaltende Frankenstärke hätten auch Lindt & Sprüngli zu schaffen gemacht, heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag. Gerade vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen zahle sich aber das «langjährige und erfolgreiche Geschäftsmodell» mit u.a. klarer Positionierung im Premium-Segment sowie permanenten Investitionen in die Marke besonders aus.

Deutlich über den Schätzungen

Die vorgelegten Gewinnzahlen liegen deutlich über den Schätzungen. Analysten hatten gemessen am AWP-Konsens lediglich einen Ebit von 84,1 Millionen sowie einen Reingewinn von 55,9 Millionen Franken prognostiziert.

Bereits bekannt ist der Umsatz. Er legte um gut 17 Prozent auf 1,41 Milliarden Franken zu. Ohne die im letzten Jahr gekaufte US-Firma Russell Stover lag das organische Wachstum bei 9,4 Prozent und sei mit deutlichen Marktanteilsgewinnen in allen strategisch wichtigen Ländern und Segmenten einhergegangen, hiess es Mitte Juli. Der (negative) Währungseinfluss lag bei 7,5 Prozent, d.h. mit Einbezug des erstmals konsolidierten. Umsatzanteils von Russell Stover war das Wachstum in Lokalwährungen bei fast 25 Prozent.

Anzeige

Wichtigste Arbeitgeber am linken Zürichseeufer

Lindt & Sprüngli hält trotz des starken Frankens am Standort Schweiz fest, wird in der Mitteilung betont. «Mit dem weltweiten Konzernsitz und der Schokoladefabrik in Kilchberg sowie mit dem Kakaoverarbeitungszentrum in Olten und der Logistikdrehscheibe in Altendorf bekennt sich Lindt & Sprüngli ganz klar zum Standort Schweiz». Man sei heute der wichtigste Arbeitgeber am linken Zürichseeufer. Und es würden auch weiterhin laufend Investitionen in die Standorte am Heimmarkt vorgenommen. Von hier werden Produkte in über 120 Länder exportiert.

Der Ausblick bleibt derweil unverändert. Lindt betätigt entsprechend sein mittel- bis langfristiges strategisches Wachstumsziel in Lokalwährung von 6 bis 8 Prozent. Die Integration der letztes Jahr übernommenen US-Firma von Russell Stover habe dabei oberste Priorität, heisst es. Nach erfolgreichem Integrationsabschluss wird wieder eine Steigerung der Betriebsgewinnmarge von 20 bis 40 Basispunkten erwartet.

(awp/gku/me)