Historisches für Naschkatzen: Lindt & Sprüngli will ein Schokolademuseum bauen. Zu stehen kommt das Museum neben die Schokoladefabrik des Zürcher Traditionsunternehmens in Kilchberg ZH.

Man werde jetzt Architekturbüros zu einem Wettbewerb einladen, sagte Lindt & Sprüngli-Chef Ernst Tanner an der Bilanzmedienkonferenz am Firmensitz: «Wir wollen in sechs bis neun Monaten so weit sein, dass wir ein Baugesuch einreichen können.»

In dem Museum solle die ganze Geschichte der Schweizer Schokoladeindustrie illustriert werden, sagte Tanner: «Hier können wir nicht nur den Schweizern, sondern auch Europäern und Gästen aus Schwellenländern erklären, was die Schweizer Schokolade ist, warum die Schweizer Schokolade speziell ist und warum Lindt noch spezieller ist.»

Forschung

Ausser dem Museum will Tanner dort ein Zentrum für die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften der Schweizer Schokoindustrie einrichten. In den nächsten Jahren brauche es eine grosse Anzahl von Maîtres Chocolatiers, um die Schweizer Schokolade in den Schwellenländern zu etablieren und zu verankern. «Wir können diese Aus- und Weiterbildung nicht anderen überlassen, sondern müssen sie selber in die Hand nehmen», sagte Tanner.

Damit solle der Nachwuchs gefördert und die Verfügbarkeit von Fachkräften gesichert werden. Das Ausbildungszentrum solle nicht nur Lindt & Sprüngli, sondern der ganzen Schweizer Schokoladenindustrie dienen, sagte Tanner.

Zudem soll dort an neuen Produktions- und Verfahrenstechnologien geforscht werden. Denn bisher zeichne sich die Schokoladenindustrie nicht gerade durch technische Durchbrüche aus. Hier müsse die Branche enger mit Hochschulen und Universitäten zusammenarbeiten. «Denn jede Industrie macht technische Fortschritte», sagte Tanner: Da sei Schweizer Schokoladeindustrie etwas zurückgefallen.

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Neue Stiftungen

Finanziert wird das Ganze durch eine Neuausrichtung des Fonds für Pensionsergänzungen der Chocoladenfabriken Lindt & Sprüngli AG. Dieser Fonds sei mittlerweile überdotiert, nachdem das Stiftungsvermögen in den letzten 20 Jahren von rund 70 Millionen auf 1,1 Milliarden Franken gestiegen sei, sagte Tanner.

Nun werden aus dem Fonds 250 Millionen Franken an zwei neue gemeinnützige Stiftungen übertragen, die das Ziel haben, den Schokoladestandort Schweiz zu stärken. Während die eine Stiftung das Lindt & Sprüngli Schokoladezentrum finanziere, verfolge die andere Lindt & Sprüngli Kakao-Stiftung den Zweck, sich für Nachhaltigkeit in Anbau, Produktion und Verarbeitung von Kakao einzusetzen.

Man wolle die Lebensumstände, Arbeitsbedingungen und Ausbildung der Kakaobauern verbessern, sagte Tanner. Mit Schulung und Einsatz von neuen Setzlingen sollen die Erträge und damit die Einkommen der Bauern steigen.

(tke/aho/sda)