Die britische Grossbank Lloyds hat acht Mitarbeiter im Zuge des Skandals um versuchte Zinssatz-Manipulationen entlassen. Die Massnahme sei ergriffen worden, nachdem das Institut im Juli mit den britischen und amerikanischen Aufsichtsbehörden einen Vergleich in Höhe von 370 Millionen Dollar zur Beilegung der Affäre geschlossen hatte, teilte die Bank mit.

Gegen mehrere andere Personen habe man nichts mehr unternehmen können, weil diese Lloyds noch vor der Einigung mit den Regulierern verlassen hätten. Vorstandschef Antonio Horta-Osorio sprach von einem «vollkommen inakzeptablen Benehmen» einzelner Individuen, das die Behörden aufgedeckt hätten. Der Verwaltungsrat und das Management würden dafür Sorge tragen, dass «so ein Verhalten» nicht mehr vorkomme.

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Mehrere Banken im Visier der Behörden

Bei dem Skandal geht es um die Manipulation des Libor-Interbankenzinses und anderer Zinssätze. Weltweit gerieten deswegen mehrere Banken ins Visier der Aufseher. Allein auf dem in London berechneten Libor-Zinssatz basieren Finanzprodukte im Volumen von 450 Billionen Dollar - von der einfachen Hypothek bis zu komplizierten Finanzderivaten.

Bei der Lloyds Bank kam erschwerend hinzu, dass sie neben dem Libor auch versucht haben soll, den Refinanzierungssatz des britischen Bankenverbandes BBA zu manipulieren. Darauf fussen auch die Gebühren für die Liquiditätsspritzen der britischen Regierung, mit denen sie in der Finanzkrise den Banken unter die Arme griff - auf Kosten des Steuerzahlers. Der britische Staat ist zu 25 Prozent an Lloyds beteiligt. 

(reuters/dbe/chb)