Die britische Grossbank Lloyds forciert nach dem Brexit-Votum ihren Sparkurs. 3000 Jobs sollen zusätzlich wegfallen, weitere 200 Filialen geschlossen werden, wie das führende Privatkundeninstitut der Insel am Donnerstag mitteilte.

Damit sollen bis Ende 2017 im schwierigen Niedrigzinsumfeld 400 Millionen Pfund (520 Millionen Franken) eingespart werden. Lloyds will so seine Gewinn- und Dividendenpläne absichern. An der Londoner Börse fielen die Lloyds-Aktien trotzdem um mehr als drei Prozent.

Angst vor Rezession

Das Management der Bank sprach von einer grossen Unsicherheit nach dem britischen Referendum für einen EU-Austritt. Das Wirtschaftsumfeld werde schwieriger und die Nachfrage nach Krediten wahrscheinlich zurückgehen. Viele Experten befürchten, dass Grossbritannien in eine Rezession abrutschen wird.

Bisher hatte die Bank dieses Jahr angekündigt, die Belegschaft von insgesamt 75'000 Mitarbeitern um rund 4000 zu reduzieren. Das Immobilien-Portfolio soll zudem bis Ende 2018 um rund 30 Prozent reduziert werden. In diesen Plänen sind die Filialen allerdings nicht enthalten.

Gerettet mit Steuermilliarden

Für die ersten sechs Monate wies Lloyds einen Vorsteuergewinn von 2,45 Milliarden Pfund aus, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Damit wurden die Analystenerwartungen übertroffen.

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Lloyds wurde in der weltweiten Finanzkrise 2008 mit Steuergeld in Höhe von 20,5 Milliarden Pfund gerettet. Der britische Staat hat seine Beteiligung an der Bank mittlerweile aber von einst 43 Prozent auf unter zehn Prozent reduziert.

(sda/ise/ama)