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Gebäudetechnik
Loch in der Pieper-Kasse: AFG-Umsatz schrumpft

AFG: Michael Pieper stellt die Gruppe neu auf. Keystone

Michael Pieper will den AFG-Kessel flicken. Sein erstes volles Jahr als Hauptaktionär der Arbonia Forster Holding endet aber mit einem grossen Umsatzminus.

Veröffentlicht am 21.01.2016

Die AFG Arbonia Forster Holding (AFG) hat unter der Wechselkurssituation gelitten und im Geschäftsjahr 2015 in allen drei Geschäftsbereichen einen Umsatzrückgang verbucht. Die selbstgesetzten Ziele wurden jedoch leicht übertroffen. Auch die Ergebnisguidance für das Gesamtjahr wird bekräftigt. Die geplanten Restrukturierungsmassnahmen und Produktionsverlagerungen schreiten planmässig voran.

Der Umsatz des Bauausrüsters sank um 7,5 Prozent auf 941,4 Millionen Franken. Währungs- und akquisitionsbereinigt resultierte ein Minus von 4,4 Prozent, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Damit hat AFG die Erwartungen der Analysten erfüllt. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 940 Millionen Franken.

Preisdruck wegen Währungssituation

In der Division Gebäudetechnik resultierte ein Umsatzminus von 5,7 Prozent auf 462,2 Millionen Franken (bereinigt -0,7 Prozent). Vor allem Deutschland habe von der guten Baukonjunktur, einem stabilen Wirtschaftswachstum sowie von Produkt-Einführungen profitiert, heisst es weiter. In der Schweiz habe der hohe Importdruck durch den starken Franken die Entwicklung gedämpft.

Italien zeigte laut AFG Anzeichen einer Erholung und die westeuropäischen Exportmärkte hätten eine steigende Tendenz. In Russland und den GUS-Staaten habe die negative Konjunkturentwicklung zu einem gestiegenen Wettbewerbsdruck und damit rückläufigen Umsätzen geführt.

Schlechtere Situation im Fenstermarkt

Die Sparte Gebäudehülle, zu der auch die Fensterproduktion zählt, wies einen Rückgang um 12 Prozent auf 331,3 Millionen aus (bereinigt -11 Prozent). Die Situation im Schweizer Fenstermarkt habe sich weiter deutlich verschlechtert, was auf den anhaltend starken Import- und Preisdruck zurückzuführen sei. Die Umsätze in den osteuropäischen Märkten seien hingegen stabil geblieben, während die Exporte nach Westeuropa stark zugelegt hätten.

Auch die Division Gebäudesicherheit hatte mit den Folgen der Wechselkurssituation zu kämpfen und der Umsatz sank um 1,6 Prozent auf 149,9 Millionen (bereinigt -0,8 Prozent). Hier schreite der Einstieg in den Direktvertrieb auf dem deutschen Markt planmässig voran. Die Sparte Spezialtüren leide derweil unter der fehlenden Nachfrage nach Büro- und Gewerbebauten in der Schweiz.

Planmässiger Umbau

Aufgrund des anhaltend anspruchsvollen Marktumfelds sowie der veränderten Wechselkursbedingungen hatte AFG 2015 umfangreiche Restrukturierungsmassnahmen eingeleitet. Die Produktionsverlagerungen im Bereich Fenster und in der Sonderheizkörper-Produktion würden planmässig voran schreiten, schreibt AFG.

Die Ertrags- sowie die Finanz- und Vermögenslage soll dabei innerhalb der im August vergangenen Jahres kommunizierten Bandbreite liegen. Damals hatte der Bauausrüster die Prognosen für das Gesamtjahr 2015 gesenkt und beim Umsatz eine Spanne von 900 bis 940 Millionen und einen operativen Ebitda von über 50 Millionen in Aussicht gestellt.

Eine Prognose für das laufende Jahr gibt das Unternehmen nicht. Das detaillierte Jahresergebnis wird am 1. März veröffentlicht.

(awp/ise/ama)

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