Wegen der Teuerung sehen sich die Unternehmen zum Start der Lohnrunde mit saftigen Forderungen konfrontiert. Doch Swissmem-Präsident und FDP-Nationalrat Johann Schneider-Ammann bringt die Sicht der Unternehmen auf den Punkt: Bei der Lohnfindung könne die Inflation nicht massgebend sein, die Löhne müssten sich an der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens im internationalen Konkurrenzkampf messen. Weiter: «Entscheidend ist die langfristige Sicherheit des Arbeitsplatzes, unter Umständen unter Inkaufnahme eines kurzfristigen Kaufkraft-Opfers.»

Valora-Sprecherin Stefania Misteli argumentiert: «Der Teuerungsausgleich treibt die Inflation noch mehr an.» Das Konzernergebnis werde bereits durch die hohen Rohstoffpreise belastet. «Ein Ausgleich der Löhne kommt nicht in Frage.»

Ein automatischer Kaufkraftausgleich ist auch für Swisscom, Axpo, Nestlé, UBS, Credit Suisse, Zurich, Swiss Life, Bâloise, Novartis, Roche und Rivella tabu.

Der Gewerkschaftsbund, Unia und Angestellte Schweiz halten den Teuerungsausgleich angesichts der erfreulichen Wirtschaftsaussichten hingegen für selbstverständlich. Laut Unia-Sprecher Hans Hartmann sollen die Arbeitnehmer nicht für die Erdölpreishausse bestraft werden: «Die Wirtschaft kann das Problem der Erdölknappheit nicht lösen, indem sie die Löhne drückt.»

Vor einer höheren Inflation warnt CS-Anlagestratege Philipp Vorndran: «Ich sehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Energiepreise über die Löhne das Preisniveau in der Schweiz weiter stark hinauftreiben.» Ansonsten würden die Notenbanken nicht ständig auf die Risiken eines Lohnschubs hinweisen.