Die Geschäftsidee klingt einleuchtend: Die Frauenfelder Bfw Liegenschaften konzentriert sich auf attraktive Wohnliegenschaften an Pendlerlagen rund um die Deutschschweizer Wirtschaftszentren. Doch an der Börse kommt die Firma nicht vom Fleck. Am 1. Handelstag lag der Kurs im Juni 2007 bei fast 33 Fr., heute beträgt er knapp 18 Fr. Nun reagiert der Verwaltungsrat auf Kritik von Investoren wie etwa der SBB-Pensionskasse: Längerfristig soll bei den als zu hoch kritisierten Management-gebühren ein «degressives Modell» eingeführt werden, bestätigt der Verwaltungsratspräsident, Wirtschaftsprofessor Franz Jaeger.

Jaeger weist im gleichen Atemzug die Kritik aus Aktionärskreisen an den Managementgebühren zurück. Diese seien bisher nicht zu hoch gewesen, wie interne Abklärungen ergeben hätten. Das Einlenken der Bfw hat denn auch einen Haken: Die Anpassung soll erst bei der nächsten Kapitalerhöhung erfolgen. Dann wird die Bfw Liegenschaften ein grösseres Portfolio bewirtschaften und Skaleneffekte nutzen können.

Die zeitliche Einschränkung gilt auch bei einem zweiten Kritikpunkt der Investoren, der Kapitalstruktur der Firma. Derzeit hält Gründer Beat Frischknecht 10% der Aktien, kontrolliert aber 52% der Stimmen. Noch im vergangenen Dezember äusserte Frischknecht in der «Handelszeitung» Bedenken gegenüber der von Kritikern geforderten Einheitsaktie. Wegen der Lex Koller müsse eine in Wohnimmobilien investierende Gesellschaft immer belegen können, dass sie schweizerisch kontrolliert sei. Das sei bei einer Einheitsaktie schwierig.

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Inzwischen haben laut Frischknecht Abklärungen ergeben, dass die Einführung der Einheitsaktie «trotz Restrisiko» möglich sei. Diese Einsicht kommt für Branchenkenner wenig überraschend: Firmen wie Allreal und Mobimo halten trotz Einheitsaktie Wohnliegenschaften.

Droht feindliche Übernahme?

Doch auch die Anpassung der Kapitalstruktur der Bfw Liegenschaften soll frühestens bei der nächsten Kapitalerhöhung erfolgen. Grund ist laut VR-Präsident Jaeger die Gefahr einer feindlichen Übernahme, die bei einem überstürzten Einführen der Einheitsaktie drohen würde.

Damit stellt sich die Frage, wann denn diese Kapitalerhöhung ansteht. «Kaum dieses Jahr», sagt Beat Frischknecht mit Blick auf die turbulenten Märkte; «sicherlich nicht vor nächstem Jahr», bestätigt Franz Jaeger. Ob das zur Beruhigung reicht? Vontobel-Analyst Patrick Laager jedenfalls fordert eine sofortige Anpassung der Kapitalstruktur; zudem müssten die im Branchenschnitt überhöhten Verwaltungskosten rasch sinken, so Laager.

Eine gute Botschaft hat Franz Jaeger für verärgerte Investoren. Die ersten Monate des laufenden Jahres stimmten ihn zuversichtlich, nach dem Verkauf einer Problemliegenschaft in Wettingen erwarte er für 2009 hervorragende Resultate.